Dienstag, 28. Januar 2014

Erbsen zählen


Viele kleine Projekte reihen sich wie eine Perlenkette aneinander. Da sind einige dabei, die mir sehr am Herzen liegen, andere sind einfach dazu da, um Geld zu verdienen, und manche wiederum sind wichtige Türöffner. Dazwischen bleibt wenig Zeit zum Luft holen.
Dinge, die mich zur Ruhe kommen lassen, bleiben oft auf der Strecke. Und obwohl ich es versuche, schaffe ich es nicht entscheidende Dinge zu ändern. Das Fahrwasser zu verlassen...



Erbsen-Bohnen-Crostini
150g Dicke Bohnen (frisch oder gefroren)
300g Erbsen (frisch oder gefroren)
20g Butter
50g geriebener Parmesankäse
Einige Minzblätter
Salz, Pfeffer
Baguette

1. Die Dicken Bohnen in etwas gesalzenem Wasser 4 Minuten kochen. Abkühlen lassen und von der äußeren Haut befreien. Die Erbsen ebenfalls in kochendem Wasser 3–4 Minuten köcheln lassen, in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abschrecken. Die Erbsen mit den Bohnen, der Butter und der Hälfte des Parmesans in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2. Das Baguette ebenfalls in Scheiben schneiden und leicht toasten. Das Erbsen-Bohnen-Püree auf den Brotscheiben verteilen, mit Parmesankäse bestreuen und servieren.

Quelle: nach einem Rezept von Liz & Jewels




Sonntag, 19. Januar 2014

Dauerwurst





Salami findet in unserem Haus zeitweilig einen reissenden Absatz. Der eine möchte die Schulbrote damit, der andere isst sie am liebsten ohne Brot und der dritte mag sie am Abend direkt aus dem Kühlschrank. Geschmack und Konsistenz ist entscheidend von den Launen abhängig - mit Fenchel, mit Pfeffer, ohne alles, hauchdünn geschnitten oder in dicken Scheiben heruntergeschnitten. Meistens währt die Leidenschaft aber nicht sehr lange - sie kommt ganz plötzlich und verschwindet ebenso schnell. Dann wartet sie geduldig bis zum nächsten Heisshunger in der Speisekammer.

Salami- Sandwiches

60 g Butter
1 EL Balsamico cremoso
Saz, Pfeffer
20 g grüne Oliven
6 Toastscheiben
100 g Salami, fein geschnitten

Die weiche Butter mit der Balsamicocreme verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Oliven klein würfeln. Die Toasts mit der Butter bestreichen. Drei davon mit Salami belegen und Olivenwürfel darauf streuen. Dann mit den übrigen Scheiben abdecken.

Man kann auch American-Toast-Scheiben verwenden. Dann wird der Salami-Oliven-Geschmack wahrscheinlich noch intensiver. Mir widerstrebt allerdings dieses pappige Brot sehr. Deswegen hier doch wieder selbst gebacken.



An trüben Tagen wie diesen das richtige Licht zum Fotografieren zu finden, ist schwierig. Auf dem Balkon ist es zu nass und zu kalt, in der Wohnung ist es entweder zu dunkel oder es blenden die Lampen: ich bitte das etwas grelle Licht zu entschuldigen……

Quelle: "Sandwich & Toast" von Margit Proebst

Freitag, 17. Januar 2014

Knüppel aus dem Sack



Ich stehe stirnrunzelnd in der Küche. Vor mir ein Backbuch. Dieses Mal soll es ein Baguette werden. Formvollendet. Die Falttechik des Teiges ist haarklein beschrieben, aber findet keinen Zugang zu meinem Gehirn ( das übrigens auch interessante Falttechniken aufzeigt….). Der Versuch zumindest ungefähr den Anweisungen zu folgen, scheitert bald. Noch eine leise Hoffnung, dass der Teig im Ofen aufgeht. Vergeblich. Das Ergebnis sind knusprige Grissini. Aber kein Baguette. Trotzdem schmeckt es. Immerhin. Zwei von den Broten verschwinden am selben Abend bei einem Glas Wein und einem Stück Käse.

Das dritte und letzte Brot wird vergessen. Zwei Tage später finden es die Kinder auf dem Kühlschrank. Helle Begeisterung. Das Brot wird brüderlich in zwei Teile gebrochen. Damit laufen sie dann trommelnd durch die Wohnung. Jeder Schrank und jeder Stuhl wird mit den Sticks bearbeitet. Später sitzen sie auf dem Sofa und nagen das Brot akribisch ab. Wie zwei kleine Kaninchen.


Dienstag, 14. Januar 2014

Winterbrot No.2

Und wieder gibt es Besuch im Brotladen. Dieses Mal ist Sören von schick gewickelt vorbeigekommen. Und er hat ein Brot mitgebracht, dass es in sich hat. Eine Brise aus dem Süden verbreitet sich im Laden. Es riecht plötzlich nach Meer, nach Zitronenbäumen und würzigen Kräutern. Statt des Kaffee hole ich lieber einen guten Rotwein hervor. Ich stelle mir vor, ich sitze auf einer Piazza in einem italienischen Bistro. Oder doch lieber in französischen Gefilden, wie man es aus Sören's Text herauslesen kann. Fein. Diese Winterbrote erhellen mir die (noch) graue Jahreszeit….





„Ein Winterbrot“, schrieb Tomke. Was genau soll denn ein Weihnachtsbrot sein? Mit Lebkuchengewürz? Nein, Weihnachten ist vorbei und das ist auch gut so. Kohl-Speck-Brot? Das würde passen, allerdings nur bei einem Winter, der seinen Namen auch verdient. Es läuft also wie meistens auf -Opposition hinaus. Schlimm genug, dass es momentan keine Tomaten gibt, die man als solche erkennen kann, ganz zu schweigen vom Kohl-und-Kartoffel-Sammelsurium auf dem Markt, da will man nicht auch noch vom Brot an den Mangel an Sonnenlicht erinnert werden.

Versuchen wir also,  mit dem Brot ein bisschen Sonnenschein vom Sommer ins Gedächtnis zu rufen (Merkt man, dass ich gerade häufiger „Frederick“ vorlesen muß?): Zitrusfrüchte für den simulierten Sonnenschein, Rosmarin für den mediterranen Duft.

 Im Nachhinein stellte sich leider heraus, dass die abgeriebene Schale einer Zitrone und 1 EL Rosmarinnadeln nicht besonders viel Wirkung hinterließ – Ich hätte es wohl doch erst kurz vor Ende über das Brot streuen sollen. Sei es drum, ich half beim Frühstück mit Zitronenmarmelade nach und vertilgte den Rest anderntags als Sandwich mit Thunfisch, gelber Paprika, Zitronenmayonaise, Kapern und Salat. Hätte ich noch schwarze Oliven vorrätig gehabt, hätte man es „à la niçoise“ nennen dürfen.


Sonntag, 12. Januar 2014

Kopfkino



Vielleicht liegt es am Winter. Vielleicht ist es ein uralter Instinkt. An einem Lagerfeuer sitzen. Speck in der Pfanne rösten, den Sud mit Brot auftunken. Die Kälte vertreiben. Reserven schaffen. Sich dann in den Sattel schwingen und mit einem kehligen Laut die Herde zusammentreiben. Bild für Bild reiht sich aneinander. Yippie-ya-yeah……


Bruschetta allo speck

1 kleine Zwiebel
1 EL Olivenöl
Tiroler Speck ( es geht auch Frühstücksspeck)
2 Scheiben Landbrot oder Baguette
1 kleine Knoblauchzehe
frisch gem. Pfeffer
dünn gehobelter Parmesan

Die Zwiebel abziehen, fein würfeln und den Speck in in Streifen schneiden. Beides in Olivenöl rösten. Die Brote toasten und mit der Knoblauchzehe abreiben. Den Speck darauf verteilen, pfeffern und mit dem gehobelten Parmesan bestreuen.




Mittwoch, 8. Januar 2014

Tomatenkraut


Im Winter Tomaten zu kaufen ist Unfug. Sie schmecken nicht besonders gut. Sie haben eine lange Reise hinter sich. Oder sie kommen aus beheizten Gewächshäusern. Die Ökobilanz ist denkbar schlecht. Aber manchmal kann ich nicht widerstehen. Und wenn sie dann in der Pfanne schmoren, mit etwas braunem Zucker leicht karamelisieren, ist der Geschmack wieder da. Süß und fruchtig. Eine leichte Wehmut nach den wärmeren Tagen.

Ricotta-Tomaten-Brot

Bauernbrot
Ricotta
Tomaten
Zucker und Salz
Petersilie

Die Tomaten in der Pfanne evtl. mit etwas Zucker karamelisieren lassen. Das Brot im Ofen oder im Kontaktgrill rösten. Mit Ricotta bestreichen, mit Tomate belegen ( ohne Kraut ist es sinnvoller….), würzen und mit Petersilie bestreuen.

Sonntag, 5. Januar 2014

Kleines Kollektiv


Ich scheine eine absurde Frage gestellt zu haben. Kuchen backen? Die Großen gucken mich entgeistert an. Sie wollen lieber Fußball spielen gehen. Ich bleibe etwas ratlos zurück. Dann hängt sich der Kleine an mein Bein - er will backen. Wir lassen das Mehl auf den Tisch rieseln. Rollen den Teig mit einem winzigen Nudelholz aus. Dann saust die Tasse in schneller Geschwindigkeit auf die Tischplatte. Kreis um Kreis entsteht. Ich hoffe derweil, dass die Tasse heil bleibt. Lange hält der Feuereifer jedoch nicht. Bald schnappt er sich die Ausstecher und verlegt den Spielplatz unter den Tisch. Mit Dinosauriern und Schmetterlingen erzählt er sich wilde Geschichten. 


Apfelküchlein am Stiel

300 g Mehl
75 g Zucker
Salz
200 g kalte Butter

2 EL Sultaninen
2 EL Apfelsaft
1 EL Zucker
1/2 TL gemahlener Zimt
1 - 2 Äpfel
1 EL Zitronensaft
1 Eigelb
3 EL Schlagsahne

Mehl, Zucker, 1 Prise Salz, 200 g Butter in Stückchen und 2 - 3 EL eiskaltes Wasser zügig verkneten. Zu einer flachen Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und ca. 1 Stunde kalt stellen.
Sultaninen mit Apfelsaft mischen und ca. 30 min ziehen lassen. Zucker und Zimt mischen. Apfel waschen und das Kerngehäuse entfernen. dann den Apfel in dünne Scheiben schneiden und mit Zitronensaft beträufeln.
Die Sultaninen abtropfen lassen und grob hacken. Backofen auf 200°C vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und 16 Kreise ausstechen. Sie sollten ca. 2 cm größer als die Apfelscheiben sein. Die Apfelscheiben auf 8 Kreise legen und mit den Sultaninen und der Hälfte der Zimt/Zucker-Mischung bestreuen. Die Füllung sollte möglichst flach bleiben. Aus den übrigen Teigkreisen entweder Motive ausstechen oder mit Teigornamenten verzieren. Diese auf die Apfelscheiben legen und die Ränder festdrücken. Eigelb mit Sahne verquirlen, die Küchlein damit bestreichen und mit dem restlichen Zuckerzimt bestreuen. Wenn man mag, kann man noch Holzspiesse hineinstecken. Das sieht zwar hübsch aus, aber hält beim Verzehr leider nicht…. Im Ofen ca. 15 - 20 min backen, bis sie goldbraun sind. Abkühlen lassen.


Quelle: Bakery No3/2013


Donnerstag, 2. Januar 2014

Winterbrot No.1

Der Brotladen bekommt Besuch. In den nächsten Wochen werden immer wieder tolle Menschen vorbeischauen und ein Brot mitbringen. Sie haben von mir alle das gleiche Rezept bekommen und daraus ein ganz neues Brot gezaubert. Ich lausche gespannt den Geschichten und staune über ihre Kreationen. Heute freue ich mich herzlich, dass Mme Ulma zu Gast ist. 





der brotbarsch.

ordnung: barschartige.
unterordnung: brotfische.

beim brotbarsch handelt es sich um die erste neuentdeckte tierart im gerade erst angebrochenen jahr 2014. 

fundort: backrohr der mme ulma.

der brotbarsch ist backblechlang und steht mit einem guten halbe kilo in einem evolutionär noch näher zu ergründenden naheverhältnis zu den fliegengewichtartigen. neben seiner zwischen gelb-, gold- und brauntönen changierenden hautfärbung ist vor allem eine an kürbis- und sonnenblumenkerne, teigkugeln und mohn gemahnende schuppenzeichnung typisch für seine art. zu seinem vorkommen können aufgrund mangelnder datenlage zum jetzigen zeitpunkt keine aussagen getroffen werden, eine vom grazer becken ausgehende verbreitung in richtung norden ist erfahrungsgemäß aber als wahrscheinlich anzusehen.

der brotbarsch ist ein zu jeder tages- und nachtzeit formidabel passender und insgesamt vorzüglicher speisefisch, der sich — so viel darf gemutmaßt werden — insbesondere auch unter vegetarier(inne)n großer beliebtheit erfreuen wird. er gilt als symbol des nutzlose-konventionen-über-bord-werfenden neuanfangs und damit als ausnehmend menschenfreundlicher wegweiser und ins-neue-jahr-schwimm-begleiter.


die entdeckerin wünscht erfolgreiches blubbern. 

Mittwoch, 1. Januar 2014

Das neue Jahr



Das neue Jahr braucht Zeit, um in Bewegung zu kommen. Draußen strahlt die Sonne. Ich schalte die Espressomaschine an. Heize den Ofen vor. Der Teig hat über Nacht im Kühlschrank geruht. Bald riecht es nach Kaffee und frischen Brötchen. Willkommen 2014….

Morgenbrötchen

180 g Weizenmehl
100 g Hartweizengrieß
110 g  Roggenmehl 1150
150 g Wasser
150 g Milch
4 g Hefe
8 g Salz
8 g Olivenöl

Alle Zutaten gut zu einem mittelfesten Teig verkneten. In einer Schüssel luftdicht abgedeckt für ca. 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Das Volumen sollte sich deutlich vergrößert haben.
Den Teig in acht Portionen teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu länglichen Brötchen (Zylindern) formen. Die Brötchen in Roggenvollkornmehl wälzen und ca. 45 min auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech gehen lassen.
Ofen auf 230 °C vorheizen, eine Schüssel mit Wasser auf den Boden stellen und die Brötchen 20 min backen. In den letzten 5 Minuten die Ofentür einen Spalt öffnen, damit die Kruste knusprig wird.
Ich habe statt Roggen- Dinkelmehl benutzt.

Quelle: Das großartige Buch " Das Brotbackbuch" von Lutz Geißler. Dort wird der Backverlauf sehr anschaulich und detailliert beschrieben….