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Freitag, 16. Januar 2015
Schritt für Schritt
Ich muss mich ein wenig zwingen meine Pause zu beenden.
Mir fehlt es noch an Klarheit, wie ich mit dem Brotladen weitermachen will.
Ich mag es sehr mir Brote auszudenken, mir zu überlegen, welches Drunter mit welchem Drüber zusammenpasst, Bücher zu wälzen, zu fotografieren, dabei Kinderhände zur Seite zu schieben, Wörter aneinander zu reihen und damit zu spielen.
Es war im letzten Jahr ein Ausgleich, ein Versprechen, dass Dinge in Bewegung bleiben und sich verändern. Jetzt ist es mir nicht genug. Immer wieder wollte ich mit anderen Menschen sprechen, über ihren Weg, ihre Zweifel, ihre Überzeugung. Immer wieder wollte ich mich mit Themen beschäftigen, die mich bewegen. Ich habe es immer wieder vor mir hergeschoben….
Familie und Arbeit nehmen im Moment einen sehr großen Teil in meinem Leben ein. Liebend gern. Kräfte ausmessend. Bis in alle Körperspitzen spürbar.
Ich habe noch keine Lösung gefunden. Ich mag diese Brote, aber ich will noch mehr. Mehr aus meiner Region. Mehr Menschen. Mehr meine Umwelt. Mehr Relevanz.
Vielleicht sind es die kleinen Schritte….
Frische Semmelbrösel sind sehr fein zu Risotto, wenn sie mit Olivenöl und Chili in der Pfanne kross gebraten werden….
Mittwoch, 10. September 2014
Das richtige Maß
Meistens mache ich zu viel. Ich koche für eine imaginäre Großfamilie. An meinem Tisch scheinen nicht nur vier Menschen zu sitzen, sondern noch einige andere Gesellen. Schweigsame, die das Essen still in sich hineinschlingen, Quirlige, die vor lauter Reden gar nicht zum Essen kommen, kleine Mäkler, die immer sagen, was sie alles nicht mögen, Hungrige, die meistens mehr möchten oder Genießer, die ganz langsam essen.
So sehr ich mich bemühe weniger zu machen, um so weniger gelingt es mir. ich muss andere Wege gehen. Rezepte zu suchen, die die Reste verwerten, scheint eine Möglichkeit zu sein.
Aprikosen-Brot-Gratin
1 Dose Aprikosen (240 g Abtropfgewicht)
200 g Hefezopf
30 g Butter
2 Eier
100 ml Milch
100 g Schlagsahne
50 g Zucker
1 TL gem. Zimt
Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Aprikosen abtropfen lassen und den Hefezopf in mundgerechte Stücke schneiden. Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Brotstücke von allen Seiten goldbraun braten.
Eier, Milch, Sahne, Zucker und 1/2 TL Zimt verrühren. Brotscheiben und Aprikosen in einer Auflaufform verteilen. Die Eiermilch darüber gießen und im Ofen 15 min backen.
Den übrigen Zimt mit 1 EL Zucker mischen, etwas Butter als Flöckchen über dem Gratin verteilen und mit der Zimtzuckermischung bestreuen. Weitere 10 min backen.
Ich habe mich an überhaupt keine Mengenangaben gehalten, sondern wild variiert. Statt Sahne habe ich Mascarpone genommen und der Zopfanteil war auch wesentlich höher….
Manchmal erscheinen plötzlich Dinge vor meinem Fotoapparat. In diesem Falle ein farblich abgestimmtes Laserschwert…..
Quelle: "Abends" von Karen Schulz und Maren Jahnke
Donnerstag, 10. Juli 2014
Pläne
Noch haben die Burger den Blog fest im Griff. Wer hätte das auch gedacht!
Während ich somit eine kleine Pause mache und Sören im Brotladen walten lasse, streife ich in freien Momenten über den Markt und freue mich über den Sommer. Vor meinen Augen habe ich Bilder von Picknicks in der Eilenriede, Gartenfesten und ausgedehnten Sonntagsfrühstücke. Noch kommen uns zu viel Arbeit, Kinderkrankheiten und das launische Wetter in die Quere. Aber so schnell gebe ich nicht auf…...
Quelle: "Salsa und Dip" von Manuela Rüther
Während ich somit eine kleine Pause mache und Sören im Brotladen walten lasse, streife ich in freien Momenten über den Markt und freue mich über den Sommer. Vor meinen Augen habe ich Bilder von Picknicks in der Eilenriede, Gartenfesten und ausgedehnten Sonntagsfrühstücke. Noch kommen uns zu viel Arbeit, Kinderkrankheiten und das launische Wetter in die Quere. Aber so schnell gebe ich nicht auf…...
Ofenpfirsich-Kirschtomaten-Salsa
125 g Kirschtomaten
1 - 2 reife Pfirsiche
50 g Feta
Salz, Pfeffer,
2 EL Olivenöl, 2 EL Honig
1 EL Zitronensaft
Rosmarin
Backofen auf 220 °C vorheizen. Pfirsiche, Tomaten und Feta grob würfeln. Alles auf ein Backblech geben, mit Salz und Pfeffer mischen und mit Olivenöl, Honig und Zitronensaft beträufeln. Rosmarin fein hacken und über die Pfirsichen streuen. Alles mit den Händen vermischen und im Backofen auf der obersten Schiene ca. 20 min backen. Wenn die Pfirsiche weich sind, das Blech herausnehmen, in eine Schüssel umfüllen und mit einem Pürierstab zu einer Salsa verarbeiten. Wer es feiner mag, kann die Masse noch durch ein Sieb streichen. Abkühlen lassen.
Röstbrot
Baguette, das schon ein bis zwei Tage alt ist, in dünne Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und mit Thymian oder gehacktem Rosmarin bestreuen.
Bei 180 °C ca. 10 - 15 min goldbraun backen.
Quelle: "Salsa und Dip" von Manuela Rüther
Freitag, 6. Juni 2014
Impressionen
Einige Male im Jahr trifft sich unter Freunden eine kleine Kochgesellschaft. Jedes Mal mit einem neuen Thema. Im Mai ist es eine Brotzeit. In meiner Küche stapelten sich Schüsseln mit verschiedenen Brotteigen. Und so gibt es französisches Sauerteigbrot, Foccacia, Baguette natur, mit Zwiebeln, mit Rosmarin, Grissini. Ein Fest……..
Foccacia
500 g Weizenmehl
1/2 Würfel frische Hefe
Salz, Zucker, Olivenöl
in Öl eingelegte Tomaten
4 EL Pinienkerne
Thymian
Das Mehl in eine Schüssel geben, die Hefe zerbröckeln und mit einem Teelöffel Salz, einer Prise Zucker und 3 Esslöffel Olivenöl zu dem Mehl geben. Nach und nach 300 ml lauwarmes Wasser dazufügen und zu einem glatten Teig verarbeiten.
Die Tomaten fein würfeln und mit den Pinienkernen in den Teig einarbeiten. Den Teig zu einer Kugel formen und mit einem Küchentuch abgedeckt ca. eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig sollte sich verdoppelt haben.
Ein Backblech mit etwas Olivenöl ausstreichen. Den Teig mit den Fingern vorsichtig auf dem Blech schieben, so dass auch die Ecken ausgefüllt sind. Den Thymian abzupfen und die Blätter über dem Teig verteilen. Dann mit regelmäßigem Abstand kleine Dellen in den Teig drücken, wieder mit einem Küchentuch abdecken und ca. 30 Minuten gehen lassen.
Den Backofen auf 220°C vorheizen, eine Schüssel mit Wasser hineinstellen. Wenn Das Foccacia hineingeschoben wird, die Temperatur auf 200°C senken und ca. 30 Minuten backen bis es knusprig ist. Das Foccacia herausnehmen und noch heiß mit etwas Olivenöl bestreichen.
Grissini
1 Würfel Hefe
1 TL brauner Zucker
500 g Weizenmehl (Type 550)
1 TL Salz
125 g Olivenöl
40 g Parmesan
40 g Gruyere
2 Zweige Rosmarin
15 g Pinienkerne
Hefe zerbröckeln, mit Zucker in 100 ml lauwarmen Wasser auflösen und eine Weile stehen lassen.
Mehl mit Salz mischen, Olivenöl, Wasser-Hefe-Mischung und 150 ml lauwarmes Wasser dazufügen und zu einem glatten Teig verarbeiten. Zugedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen. Parmesan und Gruyere reiben. Rosmarinnadeln mit Pinienkernen hacken.
Den Backofen auf 225 °C vorheizen. Den Teig auf eine bemehlten Arbeitsfläche geben und teilen. Die eine Hälfte mit der Käsemischung, die andere Hälfte mit der Rosmarin-Pinienkern-Mischung verkneten. Teige zu zwei Rollen formen und in jeweils ca. 20 - 30 Portionen schneiden. Auf der Arbeitsfläche oder zwischen den Händen zu dünnen Stangen rollen.
Die Stangen auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen und nacheinander ca. 12 Minuten backen. Nach ca. zwei Dritteln der Backzeit einmal wenden.
Montag, 21. April 2014
Kümmelhase
Ein langes Wochenende geht zu Ende. Mit vielen Schokoladeneiern im Gras, juchzenden Kinder, Sonnenstunden und dicken Regentropfen, warmen und leichtfüßigen Gesprächen. Zeit, um Gedanken träge ziehen zu lassen. Zeit, um die Zeit zu vergessen.
Jetzt lasse ich es ausklingen. Wehmütig, weil es schon wieder vorbei ist. Und froh, weil es so schön war. Und da ich schon wieder genug von Schokolade habe, werden die Hasen-Cracker von einem feinen Single Malt begleitet.
Kümmel Cracker
20 g Parmesan
125 g Dinkelmehl (630)
125 g Weizenmehl (550)
2 TL Kümmel
1/2 TL Salz
2 EL Olivenöl
1 TL flüssiger Honig
2 TL grobes Meersalz
Parmesan reiben und mit dem Mehl, Kümmel Salz, Olivenöl, und Honig vermischen. 100 - 125 ml Wasser dazugeben und alles gut verkneten.
Den Backofen auf 220°C vorheizen. Den Teig dünn ausrollen ( ca. 3 mm) und Cracker ausstechen. Dazu kann man Ausstecher nach Wahl nehmen oder mit einem Teigrädchen quadratische Cracker ausrollen.
Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und ca. 10 - 12 min backen.
Quelle: "Drunter & Drüber" von Karen Schulz und Maren Jahnke
Mittwoch, 26. März 2014
Vom Falten und Rollen
Die Baguettes haben mich nicht losgelassen. Nach dem letzten Desaster wollte ich unbedingt wissen, wie es geht. Ein neues Rezept wurde auf den Prüfstein gestellt. Eines Sonntags kam Thu mit Familie vorbei und wir verbrachten den Tag mit einer kleinen Versuchsreihe. Ein Teil de Brote wurde gerollt, der andere Teil gefaltet. Die Kinder entwickelten ganz eigene Knetmethoden. Brot am Stiel - eine Technik, die ich unbedingt weiter verfolgen möchte……
Wir haben nicht herausgekriegt, welches die richtige Methode ist. Alle Brote hatten eine schöne Kruste und waren im Inneren fluffig, großporig und sehr lecker. Mehr wollten wir nicht.
Baguette
Vorteig
5 g frische Hefe
300 ml kaltes Wasser
300 g Weizenmehl
Hauptteig
15 g frische Hefe
300 ml kaltes Wasser
1 Rezeptmenge Vorteig
1 EL Salz
1 EL Zucker
500 g Weizenmehl
grobes Meersalz
Für den Vorteig die Hefe in dem Wasser auflösen. Das Mehl hinzufügen und alles zu einem klebrigen Teig verarbeiten. Den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
Für den Hauptteig wieder die Hefe in dem Wasser auflösen. Den Vorteig, Salz, Zucker und das Mehl hinzufügen und alles zu einem elastischen Teig verkneten. Den Teig mit einem Küchentuch abgedeckt etwa 1 1/2 Stunden gehen lassen.
Den Backofen auf 240 °C vorheizen.
Den Teig auf auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben, vierteln und jedes Teil vorsichtig mit den Fingern zu einem langen Rechteck formen.
Jedes Rechteck von der langen Seite aus aufrollen und die Enden zu Spitzen formen. Die Stangen auf ein Blech ( gefettet, mit Backpapier ausgelegt oder auf ein Baguetteblech) setzen.
Mit einem Küchentuch abgedeckt nochmals eine Stunde gehen lassen.
Die Baguettes mit Wasser bestreichen, mit Meersalz bestreuen und mit einem Messer mehrmals schräg einritzen.
Die Brote in der Mitte des Ofens einschieben und ca. 30 min backen. Sobald sie Farbe angenommen haben, die Temperatur auf 200 °C senken. Herausnehmen und abkühlen lassen.
Wer die Brote lieber falten möchte, schaut es sich bei Lutz Geißler an: "Das Brotbackbuch"
Quelle: "Noch ein Stück" von Leila Lindholm
Mittwoch, 19. Februar 2014
Ritterkost
Im Brotkasten liegt ein altes Baguette. Ich blättere in meinen Büchern. Hier bleibe ich hängen. Rostige Ritter, Blinde Fische, Poor Knights of Windsor oder Pofesen. Die gebratenen Weißbrotschnitten haben viele Namen. Geschichten erzählen von verarmten Adel, mittelalterlichen Ritterschilden und karger Nachkriegskost.
Um heute aus einem armen Ritter einen reichen Ritter zu machen, isst man sie mit Beeren, Pflaumenmus, Vanillesauce oder Ahornsirup. Und das graue Draußen ist vergessen….
Armer Ritter
1 Ei
100 ml Milch
2 EL Rohrzucker
6 Scheiben Baguette ( 2-4 Tage alt)
50 ml Fruchtsaft
2 EL Beeren (TK)
Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Ausbacken
Das Ei und die Milch mit 1 EL Rohrzucker verrühren. Die Brotscheiben in einen tiefen Teller legen und mit der Milchmischung übergießen. Das Brot muss die Flüssigkeit aufsaugen.
Das Fett in einer Pfanne zerlassen und die Brotscheiben von beiden Seiten knusprig braten.
50 ml Fruchtsaft mit 1 EL Rohrzucker aufkochen und die heiße Flüssigkeit über die Beeren gießen. Beides vorsichtig vermengen und auf den Broten anrichten.
Quelle: "Die Schnitte - eine Hommage an das Butterbrot"
Freitag, 17. Januar 2014
Knüppel aus dem Sack
Ich stehe stirnrunzelnd in der Küche. Vor mir ein Backbuch. Dieses Mal soll es ein Baguette werden. Formvollendet. Die Falttechik des Teiges ist haarklein beschrieben, aber findet keinen Zugang zu meinem Gehirn ( das übrigens auch interessante Falttechniken aufzeigt….). Der Versuch zumindest ungefähr den Anweisungen zu folgen, scheitert bald. Noch eine leise Hoffnung, dass der Teig im Ofen aufgeht. Vergeblich. Das Ergebnis sind knusprige Grissini. Aber kein Baguette. Trotzdem schmeckt es. Immerhin. Zwei von den Broten verschwinden am selben Abend bei einem Glas Wein und einem Stück Käse.
Das dritte und letzte Brot wird vergessen. Zwei Tage später finden es die Kinder auf dem Kühlschrank. Helle Begeisterung. Das Brot wird brüderlich in zwei Teile gebrochen. Damit laufen sie dann trommelnd durch die Wohnung. Jeder Schrank und jeder Stuhl wird mit den Sticks bearbeitet. Später sitzen sie auf dem Sofa und nagen das Brot akribisch ab. Wie zwei kleine Kaninchen.
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