Samstag, 7. März 2015

Umzug


Jetzt ist es so weit. Der Brotladen ist umgezogen. Die letzten Krümel sind zusammengefegt und in Kisten verpackt. Schön war es hier, aber jetzt geht es im neuen Haus weiter: www.brotladen.net
Ich freue mich auf viel Besuch…..

Sonntag, 8. Februar 2015

Schlichtheit



Natriumacecate, Citronensäure, modifizierte Stärke, Natriumbenzoat, Dextrose, Maltodextrin, Guarkernmehl, Johannesbrotkernmehl, Xanthan, Verdickungsmittel….
Wenn ich mir im Supermarkt einen Moment die Zeit nehme, um die Zutatenliste einzelner Produkte durchzulesen, wird mir schwindelig im Kopf.
Dann wünsche ich mir mehr Zeit zu haben. Um bewusster zu kaufen. Um mich mehr mit Lebensmitteln zu beschäftigen. Um mehr selber zu machen.
Und an genau dieser Zeit scheitert es so oft. Und manchmal am Geld. Und manchmal auch an der Bequemlichkeit. Dann springe ich doch wieder schnell in den Supermarkt und kaufe Dinge, die schnell gehen. Und die manchmal auch nur gut schmecken.
Aber ich bleibe dran…...

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Manche Dinge gehen aber tatsächlich schnell und unkompliziert. Wie ein Krabbensalat auf Toast zum Sonntagsfrühstück.

Krabbensalat

200 g Nordseekrabben
100 g Joghurt
6 EL Mayonnaise
einige Spritzer Zitronensaft
1 Bund Dill
Salz und Pfeffer

Krabben mit Joghurt und Mayonnaise vermischen. Dill hacken und mit dem Zitronensaft zufügen. Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig.




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Freitag, 30. Januar 2015

Himmelentsprungen



Draußen fällt der erste Schnee. In den letzten Tagen gab es hin und wieder eine verirrte Schneeflocke, aber heute rieselte es beständig. Noch etwas zögerlich bleibt eine dünne Schicht auf dem Boden liegen. Genug, um einen kleinen, schiefen Schneemann zu bauen. Ich habe beschlossen mich zu freuen. Den Winter noch einmal zu feiern, es zu entschuldigen, dass es morgens noch immer stockfinster ist, dass der Himmel meistens grau ist, dass ein kalter Wind weht.


Winterschnitte

Ciabattabrötchen
getr. weiße Bohnen
Rosmarin
Merguez-Würstchen
Salz und Pfeffer

Brötchen:
400 g Mehl ( ehrlich gesagt habe ich mindestens 100g mehr gebraucht….)
15g Salz
350 ml lauwarmes Wasser
5g frische Hefe
1 TL Zucker
2 EL Olivenöl

Mehl in eine Schüssel geben und mit dem Salz vermischen. Hefe mit Zucker im Wasser auflösen und mit dem Öl zu dem Mehl geben. Alles zu einem glatten Teig kneten und an einem warmen Ort abgedeckt ca. 12 Stunden gehen lassen.
Den weichen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in acht Portionen teilen und die Teiglinge falten ( nicht kneten), so dass möglichst wenig Luft entweicht. Zu einem Brötchen formen und auf ein Backblech setzen.
Die Brötchen mit einem Tuch abdecken und nochmals eine Stunde gehen lassen. Den Backofen auf 250°C vorheizen. Brötchen auf der untersten Schiene 10 min anbacken, dann au die 2. Schiene von unten schieben und bei 200°C ca. 20 - 25 min backen.


Bohnen über Nacht einweichen. Am nächsten Tag nach der Anleitung auf der Packung kochen. Rosmarin fein hacken und zu den Bohnen geben. Diese mit etwas Kochwasser pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, kann noch etwas Wermut hinzufügen. Oder Chili. Thymian….
Merguez braten und auf dem Brot mit Bohnenmus anrichten.


Quelle für die Ciabarrabrötchen: "Auf die Hand" von Stevan Paul






Samstag, 24. Januar 2015

KinderSchokoladenSucht




Das Glas auf dem Frühstückstisch war mir schon lange ein Dorn im Auge. Eingeschleppt vom Mann, der es von Kindheit an auf dem Tisch stehen hatte. Alle Ersatzprodukte aus diversen Bioläden wurden immer und immer abgelehnt. Irgendwann habe ich kapituliert.
Bis der Kleine das Glas lieben gelernt hat.
Am liebsten mit Toast,
ungetoastet,
zwei Stück,
jeden Morgen.
Kurz vor Weihnachten riss eine Hutschnur. Vor mir die aufgeschlagene Zeitung mit diesem Bericht und neben mir ein glücksverschmiertes Kindergesicht.

Die nächsten Tage verwandelte sich die Küche in ein kleines Labor - Experimente mit Wasserbädern,  Mahlwerken und Pürierstäben bestimmten das Wochenende.
Das Ergebnis war eine feine Schokocreme - nicht ganz so süss wie das Original und mehr Geschmack durch einen Teil Zartbitterschokolade.

Am Tisch ein Kind mit kritischem Blick und verschränkten Armen. Kopfschüttelnd wird die Schokoladencreme weggeschoben. Der Kleine will nur DAS GLAS. Kein Überreden, Schmeicheln, Ignorieren hilft….

Beim nächsten Versuch fülle ich die Schokocreme heimlich in das Glas und stelle es stillschweigend auf den Tisch. Und ohne eine Frage zu stellen wird das Ritual wieder aufgenommen.
Am liebsten mit Toast,
ungetoastet,
zwei Stück,
jeden Morgen.
Wir werden bald eine längere Schokoladenpause machen müssen.

Das und das hat mich auch - schon lange - bewegt. Im Alltag verliere ich oft die Wachsamkeit, weil die Zeit dafür fehlt, weil der Einkauf schnell passieren muss, weil der Kopf angefüllt ist mit anderen Dingen, aber sie holt mich immer wieder ein. Zum Glück.



Schokoladencreme

150 g Schokolade ( 100g Vollmilch, 50 g Zartbitter )
100 ml Milch
Butter
Puderzucker
Nüsse und Mandeln

Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen. Puderzucker sieben und zu der flüssigen Schokolade fügen. Nüsse und/oder Mandeln sehr fein mahlen und mit der Milch in die flüssige Masse rühren. Mit dem Pürierstab zu einer feinen Creme verarbeiten und in ein Glas gießen. Noch ist die Creme sehr flüssig. Wenn sie ein paar Stunden gekühlt wird, ist die Konsistenz cremig und fest.
Für Butter, Puderzucker und Nüsse habe ich keine Mengenangaben. Das variiert nach Geschmack. Dazu passt auch gut eine Vanilleschote oder Chiliflocken. Da die Experimentierfreude meiner Kinder allerdings begrenzt ist, habe ich mich auf die Grundlagen beschränkt….

Die Creme hält im Kühlschrank ca. 2 Wochen.







Freitag, 16. Januar 2015

Schritt für Schritt


Ich muss mich ein wenig zwingen meine Pause zu beenden.
Mir fehlt es noch an Klarheit, wie ich mit dem Brotladen weitermachen will.
Ich mag es sehr mir Brote auszudenken, mir zu überlegen, welches Drunter mit welchem Drüber zusammenpasst, Bücher zu wälzen, zu fotografieren, dabei Kinderhände zur Seite zu schieben, Wörter aneinander zu reihen und damit zu spielen.
Es war im letzten Jahr ein Ausgleich, ein Versprechen, dass Dinge in Bewegung bleiben und sich verändern. Jetzt ist es mir nicht genug. Immer wieder wollte ich mit anderen Menschen sprechen, über ihren Weg, ihre Zweifel, ihre Überzeugung. Immer wieder wollte ich mich mit Themen beschäftigen, die mich bewegen. Ich habe es immer wieder vor mir hergeschoben….
Familie und Arbeit nehmen im Moment einen sehr großen Teil in meinem Leben ein. Liebend gern. Kräfte ausmessend. Bis in alle Körperspitzen spürbar.
Ich habe noch keine Lösung gefunden. Ich mag diese Brote, aber ich will noch mehr. Mehr aus meiner Region. Mehr Menschen. Mehr meine Umwelt. Mehr Relevanz.
Vielleicht sind es die kleinen Schritte….

Frische Semmelbrösel sind sehr fein zu Risotto, wenn sie mit Olivenöl und Chili in der Pfanne kross gebraten werden….