Dienstag, 29. Oktober 2013

Im Eis


Der Eskimo stapft durch den tiefen Schnee. Die Kälte treibt die Tränen über die Wangen. Endlich ist es in Sicht. Die Schritte werden schneller. Erleichtert lässt er seinen Fang fallen. Große, glänzende Fische. Er kriecht in das Iglu - warm, sicher, zu Hause.
Für die Bausteine schneidet Oskar Rauten aus dem Teig - alle in unterschiedlichen Größen. Und immer wieder werden die Hände in Mehl gebadet. Wie Ziegelsteine werden die Rauten im Ofen gebacken. Es duftet nach Vanille. Und endlich kommt die Verstärkung. Kayla und Oskar pinseln eine Schüssel von aussen mit weißer Schokolade an. Schicht für Schicht. Die Kleinen möchten auch helfen, aber sie werden energisch vom Tisch vertrieben. Dann wird zuerst der Eingang an das Iglu geklebt. Die Rauten sollen der Größe nach um die Schüssel geklebt werden. Die Kinder halten sich nicht an den Bauplan. Sie spielen Tetris. Es darf keine Lücke bleiben. Das Iglu wird in die Kälte verbannt.



Dann kommt der große Moment. Alles scheint fest zu sein. Sollen wir das Iglu aus der Schüssel lösen? Die Kinder entscheiden, dass erst fotografiert werden soll. Wieder schneit es Puderzucker auf das runde Haus. Daneben werden Lakritz-Fische drapiert.
Aber wir sind zu ungeduldig - als wir versuchen die stützende Schüssel herauszuziehen, bricht das Bauwerk zusammen. Wir haben es nicht lange genug in der Kälte gelassen.
Jetzt schlägt die Stunde der Kleinen - endlich können sie sich auf die Trümmer stürzen und lassen sie in ihren verschmierten Mündern verschwinden.



300g Mehl
100g Zucker
60g gem. Mandeln
60g gem. Haselnüsse
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
225g Butter
200g weiße Schokolade ( ich würde es das nächste Mal mit Kuvertüre probieren in der Hoffnung dass sie besser härtet )

Den Teig gut verkneten und ca. 30 min kaltstellen.
3 u-förmige Kipfel für den Eingang formen. Den restlichen Teig 5 mm dick und rechteckig ausrollen. Den Teig in 1cm, 1,5cm und 2cm breite Streifen schneiden. Aus den Streifen Bausteine in Form von Trapezen schneiden. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C 8 - 10 min backen. Abkühlen lassen.
Die Schokolade schmelzen.
Ein Schälchen auf den Kopf stellen, mit Frischhaltefolie abdecken und straff ziehen.
Ein Kipferl mit Schokolade bestreichen und an die Schale kleben. Zwei weitere an das erste kleben. Das ist der Eingang. Die Schokolade über der Schale verteilen. Erkalten lassen, und wieder eine Schicht auftragen. Diesen Vorgang wiederholen bis das Iglu stabil ist.
Die Bausteine Reihe für Reihe von unten nach oben ankleben - unten die größten und oben die kleinsten Steine. Den Iglu im Kühlschrank erkalten lassen, bis die Schokolade richtig hart ist ( 2 Std sind definiv zu kurz!)
Das Schälchen vorsichtig aus dem Iglu ziehen.

Quelle: "Das große Buch vom Backen und Bauen" von Kreider-Stempfle/Frensemeier

Sonntag, 27. Oktober 2013

Nachtschattengewächs


Im warmen Focaccia verschmilzt das dunkle Lila mit grünen, weißen und roten Tönen. Bisher habe ich um Auberginen einen großen Bogen gemacht. Wunderschön und glänzend, aber im essbaren Zustand meistens fettig und fade. Ich kann den Farben nicht widerstehen und nähere mich vorsichtig an.
Auch das Brot macht es mir nicht einfach - zuerst ist es zu viel Käse, dann stellt sich heraus, dass der Käse nicht zu der Aubergine passt. Erst bei dem dritten Versuch bin ich zufrieden. Wir werden uns wieder treffen, Nachtschattengewächs.

Focaccia mit Aubergine
( 1-2 Brote)

2 Scheiben Focaccia
Auberginenscheiben ( 2-3 Scheiben für ein Brot )
1 Tomate
Feta ( im Originalrezept wird Mozzarella genommen - ich mag Feta zu der Aubergine lieber )
1 -2 EL ger. Parmesan
Basilikum
Olivenöl

Auberginenscheiben mit Salz bestreuen und ca. 10 min Wasser ziehen lassen. Tomate entkernen und in kleine Würfel schneiden, Feta in Scheiben schneiden.
Auberginescheiben in der Grillpfanne rösten. Brot aufschneiden, 1 EL Olivenöl auf der Innenseite verteilen und die Zutaten schichten: Aubergine, Feta, Tomatenwürfel, Basilikum, Parmesan. Dann im Kontaktgrill ca. 3-4 min rösten bis der Käse geschmolzen ist.

Quelle: "Sandwich & Toast" von Margit Proebst

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Schnitzeltag


Zum Mittagessen gibt es Schnitzel mit Kartoffelsalat. Ein Schnitzel kann ich retten. Und jetzt schiebe ich das Senfglas auf die richtige Position, zupfe am Salatblatt herum und fotografiere das Brot von allen Seiten. Immer wieder muss ich Kinderhände aus dem Bild schieben, denen die Prozedur zu lange dauert. Endlich bin ich fertig - binnen Minuten ist das Brot verschwunden. Sollten meine Kinder eines Tages Vegetarier werden, werde ich ihnen viele lustige Geschichten erzählen können.....

Schnitzelbrot mit Zitronen-Senf-Butter
( für zwei )

2 Schweineschnitzel
1 Ei, Mehl, Semmelbrösel
Butterschmalz

30g weiche Butter
1 TL Dijonsenf
1/2 unbehandelte Zitrone
Salat
Brot ( ich habe geröstetes Toastbrot genommen )

Die Schnitzel mit Salz und Pfeffer würzen und panieren. Dann in Butterschmalz goldbraun und knusprig ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen  und abkühlen lassen.
Inzwischen die Butter mit dem Senf verrühren. Die Zitrone heiß abwaschen, die Schale fein abreiben und einen Teelöffel Saft auspressen. Beides unter die Butter rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Brot mit der Butter bestreichen und mit Salat und Schnitzel belegen.




Sonntag, 20. Oktober 2013

Teatime






Draußen stürmt der Herbst. Drinnen gibt es Lemoncurd auf gebuttertem Toast. Süß und sauer zugleich. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es lieber zum Frühstück oder am Nachmittag zu Tee und Scones mag. Es fühlt sich jedenfalls sehr britisch an und ich sehe mich mit Tweedjackett und Reiter-Stiefeln durch das Herbstlaub spazieren.

Lemon Curd
(für ca. 4 Gläser)

3-5 Biozitronen
175g Butter
500g Zucker
6 Eier

Von 3 Zitronen die Schale fein abreiben. Alle Zitronen auspressen und 180 ml Saft abmessen. Mit Butter und Zitronenschale erwärmen, bis die Butter flüssig wird. Zucker zufügen und unter Rühren erhitzen, bis der Zucker schmilzt und die Masse fast kocht.
Eier gut verquirlen und heiße Zitronenmasse unter Rühren zufügen. Creme wieder in den Topf geben und bei mittlerer Hitze immer weiter rühren, bis die Creme eindickt und kurz vor dem Siedepunkt ist. Sofort in heiß ausgespülte Gläser füllen und Gläser verschließen.

Quelle: "Drunter & Drüber" von Karen Schulz und Maren Jahnke

Mittwoch, 16. Oktober 2013




Hiermit hat es angefangen. Unterwegs in der Stadt - mit knurrendem Magen. In den Geschäften nur Bäckerbrötchen, die schon zu lange in der Auslage liegen, Salate in Plastikschalen gequetscht, Riesenpizza mit Käserand und an jeder Ecke Pappschachteln mit Asia-Nudeln. Nichts, was mich glücklich macht. Dann ist da dieses Cafè - meistens sitzen fast nur Omas da, am Mittag Geschäftsleute und am Nachmittag wieder die Omas zu Kaffee und Kuchen. Und dort finde ich, wonach ich suche. Röstbrot mit Ziegenkäse, Walnüssen und Thymian. Im Ofen überbacken - knusprig und würzig. Manchmal gibt es diesen Moment, wo es stimmt.

Und dieses Brot geht immer:

Toscanisches Weissbrot

400g Weizenmehl (Typ 405)
1/2 Würfel Hefe
1 TL brauner Zucker
 1/2 TL Salz
250 ml lauwarmes Wasser

In einer Schüssel Hefe, Zucker, Wasser und etwas Mehl zu einem Vorteig verrühren. Den Teig zugedeckt 20 min gehen lassen.
Den Vorteig mit dem restlichen Mehl und dem Salz verkneten. Den Teig wieder 30 min gehen lassen.
Noch mal gründlich kneten und auf ein Blech legen. Etwa 20 min gehen lassen bis sich das Teigvolumen um etwa ein Drittel vergrößert hat.
Eine Schüssel mit Wasser in den - nicht vorgeheizten - Ofen stellen. Das Brot bei 250 °C in etwa 30 min goldbraun backen.

Quelle: "Brot backen" von Marey Kurz

Montag, 14. Oktober 2013

Wolkenkratzer




Oskar und Kayla türmen Keks auf Keks. Dazwischen viel Marmelade. Ein Haus nach dem anderen entsteht - rund und eckig bis zu den Sternen. Nicht alle wachsen gerade in die Höhe. Trotzdem müssen die Finger den Turm halten bis die Marmelade getrocknet ist. Und nicht immer reicht die Kindergeduld - die Häuser sollen größer und größer werden. Ab und zu stürzt ein Gebäude ein. Wir bauen es wieder auf und lassen es noch weiter in den Himmel wachsen. Dann werden die Straßen gebaut. Der Asphalt aus gemahlenen Haselnüssen gibt der Stadt Struktur - neue Stadtviertel entstehen. Auf den Straßen fahren Autos - die Reifen aus Smarties, die Lastwagen haben Salzstangen geladen. Und dann fängt es an zu schneien......




400 g Mehl
200 g Zucker
200 g gemahlene Mandeln
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
350 g Butter (in Stückchen)

Den Teig gut verkneten und 30 min im Kühlschrank kalt stellen. Den Teig ausrollen (5 mm) und Plätzchen ausstechen - am besten Formen, die sich gut stapeln lassen ( Kreise, Rechtecke, Sterne etc.)
Im vorgeheizten Backofen 10 - 12 min bei 180°C goldbraun backen. Abkühlen lassen.

2 Tassen rote Marmelade erhitzen. Dann werden die Kekse mit der Marmelade bestrichen und zu Türmen gestapelt. Sobald die Türme getrocknet sind, können sie zu einer Statd zusammengestellt werden.

50 g Schokolade schmelzen. Aus kleineren Keksen werden die Autos gebaut. Als Autoreifen werden Smarties mit der geschmolzenen Schokolade angeklebt. Lastwagen kann man mit zerbrochenen Salzstangen beladen.
Zum Schluss lässt man Puderzucker schneien...


Quelle: "Das große Buch vom Backen und Bauen" von Ruth Kreider-Stempfle und Bettina Frensemeier

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Baguette mit Artischockencreme


Manchmal kommt die Idee zu backen so schnell, dass entweder die Zutaten nicht da sind oder das Backen zu lange dauert. Bei diesem Brot braucht man nur Mehl, Hefe, Wasser und Salz. Am Abend knetet man den Teig und stellt ihn über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen formt man einen länglichen Laib, dreht ihn zwei- bis dreimal und schiebt ihn in den Ofen. Nach einer halben Stunde hat man ein warmes, sehr knuspriges Baguette.

Artischockencreme

1 Dose Artischockenherzen ( 240 g Abtropfgewicht )
30 g entsteinte grüne Oliven
40 g eingelegte getrocknete Tomaten
4 Stiele Petersilie
80 g Crème double
1 TL brauner Zucker
Salz
Pfeffer

Artischockenherzen und Oliven gut abtropfen lassen. Tomaten auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Oliven hacken. Petersilie zupfen und ebenfalls hacken.
Artischockenherzen pürieren und mit der Crème double verrühren. Tomaten, Oliven und Petersilie unterrühren und mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Quelle:"Drunter & Drüber"von Karen Schulz und Maren Jahnke