Freitag, 30. Mai 2014

Care-Paket



In Australien Fuß zu fassen, wenn man mit dem guten alten Abendbrot aufgewachsen ist, ist bestimmt nicht so leicht. In den Supermärkten gibt es viele, viele Sandwichsorten, aber Bäckereien um die Ecke gibt es nicht. Dafür haben sie dort Unmengen an Zitronen - auf Plantagen, am Straßenrand, im eigenen Garten. Ein Tausch wäre fein - ich schicke das Brot über den Ozean und bekomme Zitronen zurück. Da der Weg zu lang ist, bleibt nur die virtuelle Reise. Lasst es euch gut gehen!

Roggenbaguette

Vorteig:
5 g frische Hefe
300 ml kaltes Wasser
300 g Weizenmehl

Hauptteig:
15 g frische Hefe
300 ml kaltes Wasser
1 Rezeptmenge Vorteig
1 EL Salz
1EL Zucker
100 g Sauerteig
100 g Roggenschrot
400 - 500 g Weizenmehl
70 g Sonnenblumenkerne ( habe ich weggelassen, weil die Kinder das meistens blöd finden…)

Für den Vorteig die Hefe und das Wasser  mit dem Mehl verrühren. Dann abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
Für den Hauptteig die Hefe mit dem Wasser verrühren. Den Vorteig, Salz, Zucker, Sauerteig, Sonnenblumenkerne, Roggenschrot und dem Weizenmehl hinzufügen und alles ca. 10 Minuten kneten.
Den Teig abgedeckt ca. 1 1/2 Stunden gehen lassen.
Den Backofen auf 240 °C vorheizen.
Den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben, dritteln und jedes Stück behutsam mit den Fingern zu einem Rechteck formen. Jedes Rechteck von der langen Seite aus aufrollen und die Enden zu Spitzen formen. Die Stangen auf ein gut eingefettetes Baguetteblech oder ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Mit einem Küchentuch abgedeckt nochmals ca. 1 Stunde gehen lassen.
Die Baguettes mit einem benetzten Messer mehrmals schräg einritzen. Dann in die Mitte des Ofens einschieben und ca. 30 Minuten backen. Wenn die Brote Farbe angenommen haben, die Temperatur auf 200 °C reduzieren.



Limetten-Basilikum-Sirup

6 Limetten
1 Bio-Zitrone
300 g Zucker
1 Bund Basilikum

Die Zitrone heiß abwaschen und die Schale abreiben. Den Saft von den Limetten und der Zitrone auspressen ( es müssen 150 ml sein). 350 ml Wasser, Limetten- und Zitronensaft, Zitronenschale und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen und ca. 1 Std. auf kleiner Flamme köcheln lassen. Die Flüssigkeit darf sirupartig werden. In den letzten 5 Minuten das grob zerzupfte Basilikum hinzufügen. Sirup vom Herd nehmen und durchziehen lassen. Anschließend in sterile Glasflaschen füllen.
Die Limetten kann man auch komplett mit Zitronen ersetzen.


Quellen: "delicious days" von Nicole Stich, "Noch ein Stück" von Leila Lindholm

Freitag, 23. Mai 2014

Paradiesische Zustände


Jede Woche versuche ich es fest einzuplanen. Ich will zum Wochenmarkt. Mit einem großen Korb bewaffnet. Ich will durch die Stände flanieren und sehen was es alles gibt. Den Film im Kopf starten, was ich damit alles machen könnte. Meistens scheitert es dann doch. Das Schwimmtraining des Großen, ein wichtiges Teamtreffen, die davon rauschende Zeit.  Meistens kommt etwas dazwischen. Und manchmal vergesse ich es. Schlichtweg. 

Beim letzten Besuch entdeckte ich einen Spargelstand. Die Augen wurden groß, weil es alles gab. Frühen Spargel, späten Spargel, dicken Spargel, dünnen Spargel, Nienburger Spargel, Burgdorfer Spargel, grünen Spargel, Spargelbruch….. Und der junge Mann, der ihn verkaufte, wußte alles darüber.


Bruschetta mit grünem Spargel

grüner Spargel
Speck
Parmesan
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Baguette

Die Baguettescheiben rösten. Spargel putzen und in schmale Scheiben schneiden. Speckwürfel und Spargel mit Olivenöl in der Pfanne braten bis es goldbraun ist. Mit Salz und Pfeffer würzen,auf den Baguettscheiben auftürmen und mit Parmesan bestreuen. Fertig…..



Sonntag, 18. Mai 2014

Butterbrot


Seitdem der große Junge in der Schule Kresse angepflanzt hat, gibt es kein Halten. Bis vor kurzem wurden alle Kräuter verweigert - alle grünen Blätter sorgsam aus dem Essen gesammelt. Lange Zeit durfte nur im Pesto mit Basilikum und  Petersilie gespielt werden.  Es keimt eine kleine Hoffnung, dass die Kinder gewohnte Geschmäcker verlassen - neue Häfen ansteuern, Grenzgänge zulassen, neugierig werden. Eines Tages werden sie Oliven mögen…..

Dinkelbrot mit Kressebutter

Butter
Kresse
Salz
etwas Cayennepfeffer

Alles nach Geschmack vermischen und auf eine geröstete Scheibe Brot streichen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen…..


Donnerstag, 15. Mai 2014

Brot und Sushi




Der liebste Platz auf dieser Welt ist mir die Küche. Ganz gleich, was sonst geschieht – in einer Küche, an einem Ort, an dem man kochen kann, da geht’s mir gut. Wenn diese Küche auch noch praktisch ist und alles darin seinen festen Platz hat, dann ist‘s perfekt. Vielleicht ragt darin ein riesiger Kühlschrank auf, vollgestopft mit Lebensmitteln, so vielen, daß man leicht über den ganzen Winter kommt. 
Manchmal, wenn ich total am Ende bin, denke ich mir: Wenn ich einmal sterben muß, dann will ich meinen letzten Atemzug in einer Küche tun. Furchtlos will ich da den Dingen entgegensehen. Wenn es nur in einer Küche wäre, denke ich – wie schön!
"Kitchen" von Banana Yoshimoto

Als ich vor einigen Jahren für dieses Stück probte, fanden in der WG-Küche oft kleine Sushi-Partys statt. Alle um einen Tisch. Reden und Rollen. Maki, California Rolls und Nigiri. Es wird Zeit die Kinder dafür zu begeistern..


Tramezzini mit Wasabi-Creme und Fisch

100 g Frischkäse
2 TL Wasabi-Paste
1 EL Limettensaft
1 Nori-Blatt
250 g geräuchertes Forellenfilet
Tramezzini-Brot
Forellenkaviar

Den Frischkäse mit der Wasabi-Paste und Limettensaft verrühren. Das Noriblatt in schmale Streifen schneiden und das Forellenfilet in Würfel schneiden.

Das Brot dünn mit der Wasabi-Creme bestreichen. Dann mit dem Forellenfilet belegen und mit Kaviar und Noriblatt garnieren.

Quelle: "Sandwich und Toast" von Margit Proebst

Samstag, 10. Mai 2014

Essenzen


Manche Rezepturen machen misstrauisch. Auf Papier und Bild klingt es noch verlockend. Die Ahnung, wie es schmecken könnte, liegt in der Luft. Aber während in der Küche alles Schritt für Schritt verfolgt wird ( bis auf kleine Improvisationen, weil nicht alles im Haus ist ), kommen Zweifel auf. Erst zaghaft rufend. Dann laut im Chor. Essigschwaden wabern durch die Wohnung. Die Bestandteile stossen sich ab wie lauter gleichgepolte Magneten…..
Um so größer das  Erstaunen, wenn am Ende alles gut wird. Der Essig ist auf das Wesentliche reduziert. Im Glas ein glänzendes Chutney - süß und würzig. Dazu Käse und ein Stück Fougasse. Mehr nicht.

Auberginenchutney

1 Aubergine
2 rote Paprika
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe ( fein gehackt)
200 ml Balsamico - Essig
100 g Zucker
Salz und Pfeffer

Die Aubergine in Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und etwas salzen. Auf beiden Seiten in einer Grillpfanne oder in einem Kontaktgrill grillen, bis das Fruchtfleisch weich und goldbraun ist. Abkühlen lassen, die Schale abziehen und in Würfel schneiden.
Den Backofen auf 160°C vorheizen. Die Paprika halbieren, entkernen und ca. 1 Std. rösten, bis die Haut dunkel wird. Aus dem Ofen nehmen, mit einem feuchten Tuch abdecken und 10 min stehen lassen. Dann die Haut abziehen und die Paprika in Würfel schneiden.
Aubergine und Paprika mit allen anderen Zutaten in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Bei niedriger Temperatur 1 1/2 Stunden köcheln lassen und gelegentlich umrühren, bis das Chutney dicklich eingekocht ist. Abkühlen lassen.



Fougasse

500g Weizenmehl
15 g frische Hefe
275 ml lauwarmes Wasser
1 1/2 TL Salz
2 EL Zucker
1 TL Anissamen ( kann man auch weglassen…..)
75 ml Olivenöl

Die Hefe mit 200 ml Wasser verrühren und 5 Minuten ruhen lassen. Mehl, Salz, Zucker und Anis in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken und die Hefemischung hineingießen. Einen Vorteig anrühren und zugedeckt 20 Minuten gehen lassen.
Öl und nach Bedarf das restliche Wasser hinzugießen und alle Zutaten zu einem Teig mischen. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche 10 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist. Wieder in die Schüssel geben, zudecken und 1 1/ 2 Stunden gehen lassen, bis der Teig die doppelte Größe erreicht hat. Den Teig abschlagen und 10 Minuten ruhen lassen. Dann in zwei Portionen teilen und jeweils zu einem großen Oval formen. Die Fladen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und jeweils 8 Einschnitte machen, so dass eine Blattform entsteht. Die Schnitte mit dem Finger etwas erweitern. Die Brote wieder zudecken und 45 Minuten gehen lassen.
Die Fougasse im vorgeheizten Ofen ( 180 °C ) 40 - 45 Minuten backen, bis sie knusprig und goldbraun sind.


Quellen: "What Katie ate" von Katie Quinn Davies und "Brot backen" von Eric Treuille und Ursula Ferrigno

Samstag, 3. Mai 2014

Pochiertes


Eine weiße Wolke thront auf grünen Kernen, gekrönt von zarten Blättern….

Eier pochieren war für mich lange eine Königsdisziplin. Es war ein Rätsel. Wie soll das funktionieren, ohne dass alles ineinander fließt? 

Des Rätsels Lösung: Das Ei auf einer Seite anpieksen. In siedendes Wasser legen und langsam bis zehn zählen. Das Ei herausnehmen. Einen kräftigen Schuss Essig in das Wasser tun. Das Ei aufschlagen und 
vorsichtig in das Wasser gleiten lassen. Erst ziehen sich weiße Fäden durch das Wasser, die sich dann sogleich um das Eigelb schmiegen und ein wolkenartiges Gebilde zur Wasseroberfläche schicken.


Brot mit pochiertem Ei

Dicke Bohnen (TK oder frisch)
Parmesan
Olivenöl
Eier
Kresse

Bohnen ca. 10. min in kochendem Salzwasser garen. Lauwarm abkühlen lassen und aus der Haut lösen. Mit Parmesanspänen, Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen.
Eine Scheibe Brot rösten. DieBohnenmischung auf dem Brot verteilen. Das Ei pochieren, auf die Bohnen setzen und mit Kresse bestreuen. Dann das Ei vorsichtig aufschneiden und den Weg des Eigelbs verfolgen…..