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Freitag, 31. Oktober 2014

Kinderbrot #3

Zustimmendes Kopfnicken beim heutigen Brotladenbesuch. Ja, ja, ja! Das kenne ich! Man denkt sich die tollsten Brote aus und dann - schlussendlich - wird doch nur die Wurst stibitzt. Das fabelhafte Knäckebrot hat Ulma mitgebracht und wird ganz bald ausprobiert. Hjärtligt tack….



nicknack

medias in res :: mein füchslein grast brote feinsäuberlich ab, entledigt sie penibelst aller auflagen und -striche und lässt nahezu makellose, wie unangetastet aussehende scheiben leeren brotes zurück — monster, clowns und getier hin und her. so viel zu meinen »kinderbrot«-erfolgen.

es gibt da allerdings eine form von brot, die der kleine herr über alles liebt, nicht zuletzt wegen des feinen »nicknack« (o-ton), das es beim schnabuliertwerden von sich gibt :: knäckebröd, wie der schwede entsprechend dazu sagt.

aber nicht nur im verjausnen selbst ist das nicknackende knäckebrot für uns der inbegriff des kinderbrots, sondern auch schon bei der kinderleichten, wunderbar auch für kleine mehl-, flocken- und körnerschütthändchen geeigneten zubereitung, von seiner zwischenstation als material für legebilder ganz zu schweigen.


gebraucht werden (für diese version; ich nehme mal dies, mal das, was gerade zuhause ist; allerfeinst auch dinkelkleie, hirse, kräuter, getrocknete tomaten etc.)::

80 gramm dinkelvollkornmehl
70 gramm haferdinkelmehl
80 gramm haferflocken
60 gramm dinkelflocken
175 gramm gemischte kerne (sonnenblumen, kürbis und pinien)
30 gramm sesam
50 gramm leinsamen
1 teelöffel salz
1 schluck olivenöl
500 milliliter wasser

parmesan nach belieben

alle zutaten bis auf den parmesan in eine schüssel geben und gut miteinander vermengen, zudecken und eine stunde lang quellen lassen.
zwei backbleche mit backpapier auslegen und die masse entweder darauf verstreichen oder keksausstecher als negativschablonen verwenden und mithilfe eines kleinen löffels befüllen.

im auf 170° celsius vorgeheizten backrohr (umluft) rund 45 minuten backen, vielleicht etwas länger, vielleicht auch etwas kürzer, je nach dicke der »brote«. wer die masse auf ein backblech gestrichen hat, schneidet sie nach den ersten 10 minuten backzeit in stücke — später geht das nicht mehr so gut und die körner bröseln dabei davon. 10 minuten vor ende der backzeit den frisch geriebenen parmesan über das »brot« streuen und fertigbacken. auskühlen lassen und los-legen!

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Kinderbrot #2

Die Frage, wie Kinder gerne ihre Brote mögen, geht mir nicht aus dem Kopf. Und so habe ich wieder Gäste in den Brotladen eingeladen, um mir Brote mitzubringen. Brote, die ihre Kinder mögen. Und Brote, die sie selbst als Kinder gemocht haben. Heute ist Viola von Kikabu bei mir. Ich freu mich sehr!



"Wenn es ums Essen geht, mögen meine Kinder keine Experimente. Jeden, aber auch wirklich jeden Morgen isst unser Großer ein Vollkorntoast mit Erdbeermarmelade und Kinderkäse zum Frühstück. Ich weiß gar nicht mehr, wann sich dieser Begriff für diesen künstlichen, akurat in Vierecke geschnittenen Käse bei uns eingeschlichen hat, es war aber wohl mal wieder ein Versuch, dass unser Kind nicht nur süße Dinge auf dem Brot isst. Butter oder Margarine sind bei meinen Kindern und meinem Mann übrigens ein absolutes No-Go! Ich hingegen kann kein Brot ohne essen. Lustig, welche kleinen Macken wir entwickeln. Unser 4-Jähriger liebt sein morgendliches Toastbrot mit Marmelade und Honig, ab und zu darf es auch Nutella sein. Käse kommt ihm gar nicht auf den Teller, ich glaube er hat noch nie ein Stück probiert.
Wenn ich mich an meine eigene Kindheit erinnere, landete dort jahrelang ein matschiges Marmeladentoast auf meinem Teller. Zusammen mit diesem süßen Zitronentee aus Granulat und heißem Wasser angerührt, der in meinem roten Keramikbecher mit angeschlagenem Rand weiße Schlieren auf der Oberfläche zog, war das nicht gerade ein Musterbeispiel für ein gesundes Frühstück. Aber offensichtlich mochte ich genau wie meine Kinder heute, diese Routine. Morgen für Morgen...sogar bis zum Abitur.
Bei aller Mäkelei mögen meine Jungs glücklicherweise meine selbstgemachte Erdbeermarmelade, die ich erst vor einigen Jahren für  mich entdeckt habe. Das freut mein Mutterherz ungemein. Das Rezept ist denkbar unspektakulär: Zu 1 Kilo Erdbeeren kommen zwei Vanilleschoten oder etwas frisch gepresster Orangensaft. Dazu  Gelierzucker im Verhältnis 2:1. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich jahrelang dachte, Marmelade zu kochen, wäre eine unglaublich komplizierte Wissenschaft.
Liebe Tomke, vielen Dank, dass Du mich zu Deiner tollen Kinderbrote-Rubrik eingeladen hast." 



Montag, 14. Juli 2014

WM-Burger #7: Das große Finale

Nachdem ich es wochenlang mit leisem Spott von aussen beobachtet habe, hat es mich zum Schluss doch noch mitgerissen. Auf dem Sofa - mit Kindern und Chips. Sitzend. Hüpfend. Schlafend. Bald, ganz bald hat uns der Alltag zurück…...




Ohne diesen Blog jetzt zu einem Fuflballblog entfremden zu wollen, aber: Ich hatte bei Beginn des Burger-Projektes nicht gedacht, dass es sieben Artikel werden würden. Viertel-, mit Glück Halbfinale, das war das maximale, was ich Pessimist eingeplant hatte. Ich bin schon schlimmer enttäuscht worden.

Ein Finale wie dieses verlangt natürlich ein bisschen mehr als einfach nur den argentinischen Burger, daher gibt es heute das Doppelpack: Deutschland - Argentinien, das Duell auf dem Teller.

Als nominelle "Heimmannschaft" starten wir mit Deutschland. Es gab so einige Überlegungen - Reibekuchen mit Blutwurst und Apfelmus? Laugenbrötchen mit Weisswurst und Krautsalat? Semmelknödel-Burger mit Schweinebraten? Rollmopsbrötchen? Allzu Ausgefallenes wollte ich aber nun auch nicht mehr auffahren, schließlich wollte ich nicht noch um 21h mit Kochen beschäftigt sein. Deshalb: Der Königsburger. Weitgehend übernommen aus dem hier schon öfter genutzten "The Art of Burger" von Jens Fischer, das ich allen Burger-Fans nur ans Herz legen kann.


Burger-Brötchen

8g Hefe mit 1 TL Zucker in 50 ml Wasser auflösen (lt. Rezept 100ml, mein Teig war aber eindeutig zu feucht. Bei Bedarf nachfeuchten), mit 200g Mehl (405er), 1 Ei, 7g Salz, 10g weicher Butter und 20ml Dickmilch (Ich habe Joghurt genommen) verkneten, 1 Stunde gehen lassen.

In vier Stücke teilen, etwas flach drücken und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Dann bei 180°C in 15 Minuten fertig backen, mit geschmolzener Butter bestreichen und abkühlen lassen.

Brötchen halbieren und Innenseiten toasten, mit Mayonaise bestreichen und einige gehackte Kapern drüberstreuen. Mit Salat belegen, dann mit den Pattys:

 Für 2 Personen 200g Kalbshack mit etwas fein gehackten Zwiebeln, 1 TL gehackten Kapern, 1 EL Petersilie, 1 Prise Majoran, Salz und Pfeffer und 2 gehackten Sardellen vermengen, zu Pattys formen und 1 Stunde kalt stellen. Über einem Sud mit Lorbeer, Pfefferkörnern und Nelken in 8-10 min dämpfen.

Pattys mit gegarter Roter Bete (über Nacht in einer Marinade aus Rapsöl, Rotweinessig und Kümmel eingelegt) belegen, mit den oberen Brötchenhälften abschließen.

Das Resultat: Sehr fein. Tatsächlich sehr nah dran an Königsberger Klopsen, die Brötchen waren durch das Bestreichen mit Butter schön weich.



Für Argentinien wäre die naheliegende Variante natürlich ein schlichtes Steak gewesen, Dry Aged Entrecote oder sowas. Aus logistischen wie Budgetgründen zog ich einen argentinischen Fastfood-Klassiker vor: Choripan, im Grunde ein Wurstbrötchen (Choripan: Chorizo und Pan, also Brot).


Hot Dog Brötchen/ Marraquetas (4 Stk.)

250g Weizenmehl
125ml warme (nicht heisse!) Milch
25g weiche Butter (nicht flüssig)
1/2 Ei (Raumtemperatur)
1/2 Würfel Hefe
1/2 TL Salz
1 EL Zucker

Hefe mit etwas Zucker in der Milch auflösen, mit allen Zutaten verkneten. 1 Stunde gehen lassen. In zwei Stücke teilen, zu flachen Quadraten formen und nochmals 15 Minuten gehen lassen. Die Teiglinge jeweils in der Mitte mit einem Kochlöffelstiel eindrücken, um die Brötchen nach dem Backen mit den Händen teilen zu können. Bei 180°C in 20 Minuten backen.

Chimichurri 

So etwas wie die argentinische Nationalsauce, vorzugsweise zu gegrilltem Fleisch gereicht. Wie das so ist mit Nationalgerichten: Es gibt Hunderte Varianten, also ruhig nach eigenem Geschmack variieren.

1 Knoblauchzehe, 1 halbe kleine rote Zwiebel, 1 Chilischote, jeweils fein gehackt, mit 1 TL grobem Salz im Mörser zerreiben. 1/2 Bund Petersilie hacken, mit 1 EL Oregano, dem Saft einer Limette und Olivenöl in den Mörser geben und zu einem Pesto verarbeiten.

Brötchen entzweibrechen, durchschneiden, Innenseiten scharf anrösten, mit Chimichurri bestreichen.

Chorizo in Scheiben schneiden, kurz anbraten, aufs Brötchen und zuklappen.

Mit der Chorizo fast schon etwas zu deftig, aber die Chimichurri spielt einen hervorragenden frischen Kontrast. Die wird auf jeden Fall wieder nominiert.


Ergebnis: Knapper Sieg für den deutschen Burger - etwas raffinierter, etwas ausgewogener, stimmigeres Gesamtbild.



Montag, 7. Juli 2014

WM Burger #6: Brasilien

Dieses Mal war er sehr unscheinbar. Ein flaches Brötchen, wenig Farbe und auch das Fleisch, dass sich aus dem Wolf drehte, hatte nicht das tiefe Rot wie beim letzten Mal. Aber stille Wasser sind tief. Und Sören unermüdlich beim Forschen - welche Gewürze und Zutaten braucht ein Burger, um ein Land zu zeigen?! Hier verbinden sich Polenta, Petersilie und Orange  mit Fleisch und Bohnen zu einem sambalesken Tanz…..



Es war ja auch an der Zeit, dass das Gastgeberland sich mal die Ehre geben darf. Ich muss allerdings gestehen über die brasilianische Küche wenig zu wissen, was über Limetten, Maracujas, schwarze Bohnen und viel Fleisch hinausgeht. Was angesichts von über 200 Millionen Einwohnern und zahlreichen Regionalküchen ungerecht sein mag, aber der Burger soll ja nicht höher als der Zuckerhut werden. Inspiriert vom brasilianischen Nationalgericht Feijoada stapele ich stattdessen, nunja, schwarze Bohnen, viel Fleisch und Limetten aufeinander. 

So der Plan. Eine echte Feijoada complete umfasst unter anderem Trockenfleisch, Zunge, Ohren und Füße vom Schwein, Räucherwürstchen, geröstetetes Maniokmehl, gedünsteten Couve Mineira (ein brasilianischer Kohl), Orangenscheiben sowie Molho da Pimenta. Puh. Sehen wir mal, was sich machen lässt.


Maisbrötchen

120g Polenta mit 150g Mehl 550, je 1 TL Backpulver und Natron, 1/2 TL Salz und 1 EL Zucker vermischen. 25g weiche Butter mit 100ml Buttermilch und 1 Ei verr¸hren, mit der Mehlmischung vermengen. 4 Brˆtchen formen und bei 210∞C in 20 Min backen.


Das war doch nicht allzu schwer, oder? Nun die Molho da Pimenta, dann wären die Limetten auch gleich abgehakt.

Molho da Pimenta

1 Knoblauchzehe, 1 kleine Zwiebel, 1 Chilischote feinhacken und mit 1 TL Salz im Mˆrser zu einer Paste verreiben. Je 1/2 Bund Petersilie und Koriander grob schneiden, dazu geben und ebenfalls zerdr¸cken. Mit dem Saft einer Limette und 2 EL Olivenˆl abschmecken, durchziehen lassen.


Bei einer originalen Feijoada werden die schwarzen Bohnen nun stundenlang mit den diversen Fleischstücken gekocht - aufgrund diverser Beschaffungsschwierigkeiten (ich gebe ja zu, ich hatte auf Kolumbien im Halbfinale getippt und geriet dann in Zeitprobleme) muflte ich leider auf Schweinefüße, -ohren, -zunge, Trockenfleisch sowie eingeweichte schwarze Bohnen verzichten. 
Für die Bohnenpaste nahm ich stattdessen Wachtelbohnen, die ich mit wenig Wasser, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Cayenne-Pfeffer einkochte und dann pürierte. Das Ergebnis? Schmeckte nach pürierten Bohnen. Also mischte ich ein bisschen von der Limettensaft-Olivenöl-Mischung unter, die sich von der Molho abgesetzt hatte - was der Paste die gewünschte Frische verlieh, ästhetisch aber auch nicht mehr viel retten konnte.

Für den Burger wolfte ich zu gleichen Teilen geräuchertes Kassler vom Nacken und Beinscheibe vom Rind. Dazu kam noch etwas Cabanossi für die pikante Note. Falls Ihr Schweineohren bekommt, nur zu, ersatzweise wäre wohl ein wenig Bauchspeck auch nicht verkehrt gewesen.

4 Burger formen und für 30-45 Minuten in den Kühlschrank stellen.


So. Was fehlt noch zu einem authentischen Feijoada-Burger? Maniokmehl? Nicht bekommen. Couve Mineira? Pfff.  Orangenscheiben? Leichtigkeit!

Maisbrötchen aufschneiden, eine Hälfte mit Bohnenpaste bestreichen, die andere Hälfte mit Molho da Pimenta. Patty und Orangenscheibe darauf. Statt Couve Mineira kann man noch gedünstete Kohlrabiblätter ergänzen, die ich, nunja, auch nicht bekommen habe. Geschmeckt hat der Burger trotzdem.







Donnerstag, 3. Juli 2014

WM-Burger #5: Frankreich

Wer hätte gedacht, dass die Burger-Reihe so vielseitig wird……




Gänseleber. Hummer. Wachteln. Wein, Ratatouille, Bouillabaise, Creme Brulee, Champagner, Quiche Lorraine, Coq au Vin.... Es ist ja nicht so, als würde einem nichts einfallen zur französischen Küche. Aber was davon möchte man auf einem Burger stapeln?

Fangen wir mit den Brötchen an. Ein Burgerbrötchen sollte fluffig und locker, aber dennoch von einer gewissen Festigkeit sein. Geschmackvoll, aber ohne den Geschmack der Auflagen zu dominieren. Was könnte besser passen als ein Briocheteig?


Brioche-Brötchen (4 Stk.)

7g frische Hefe in 20 ml warmem Wasser auflösen und mit 80g Mehl verkneten, eine Stunde gehen lassen. 1 großes Ei, weitere 80g Mehl und 80g weiche Butter hinzufügen und zu einem glatten Teig verarbeiten, wiederum 30 Minuten gehen lassen. 4 Brötchen formen und auf dem Backblech weitere 30 Minuten gehen lassen. Mit Eigelb bestreichen, bei 210°C in 15 bis 20 Minuten fertig backen.


Sauce Tatar

2 Eier hart kochen. Die Eigelbe mit einer Gabel zerdrücken, 150ml Olivenöl in dünnem Strahl unter Rühren zugieflen, es soll eine homogene Masse entstehen. 1 EL Kapern, 2 EL Petersilie, 2 EL Schnittlauch, 1 Estragonzweig und 5 Kerbelzweige fein hacken und unterrühren, mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

2 EL Creme Fraiche mit 2 EL Dijonsenf verrühren, jeweils eine Brötchenhälfte damit, die andere mit der Sauce Tatar bestreichen. Dann belegen - da die Dame des Hauses Blauschimmelkäse nicht ganz so attraktiv findet, gibt es zwei Versionen:

Variante 1: Brötchen, Salatblatt, Patty aus 100g Geflügelhack (Gelobt sei der Fleischwolf! Ersatzweise geht natürlich auch gebratene Hühnerbrust), französischen Blauschimmelkäse nach persönlichen Vorlieben (bei mir einer von der Ziege, Name wie immer vergessen), Weinbergpfirsichscheiben, rote Paprika,  Brötchen.

Variante 2: Statt Blauschimmelkäse gab es in Cidre gereiften Camembert und der Pfirsich wurde durch Apfelscheiben ersetzt. Vive la Normandie!

Sonntag, 29. Juni 2014

WM-Burger #4: Algerien

Und es nimmt kein Ende mit der Burgerei. Bei diesem Mal durfte ich endlich probieren. Ein feiner Geschmack von Kreuzkümmel und Kurkuma begleitete mich noch eine ganze Weile. Die Küche von Sören und Thu wird diesen Geruch noch länger in Erinnerung behalten. Dort stapelten wir Auberginen, Möhren, Lammfleisch und Brötchen zu schwankenden Türmen. Die vegetarische Variante lohnt sich auch. Sehr sogar.




Passend zum Ramadan-Beginn findet das Spiel gegen Algerien erst um 22 statt, mit einem Burger in der Halbzeitpause verstösst man also nicht gegen das Fastengebot. Damit der Schlaf anschließend nicht all zu schwer belastet wird, gibt es dieses Mal eher leichte Küche.


Sesam-Kreuzkümmel-Brötchen (10 Stk.)

500g Mehl mit 1/2 TL Salz und 1/2 TL Zucker vermischen. 1/2 Würfel Hefe in 300 ml lauwarmen Wasser auflösen und mit 2 EL Olivenöl zum Teig geben, alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. 2 Std. gehen lassen. Nochmals durchkneten, zu einer Rolle formen und 10 gleichgroße Stücke zu Brötchen formen. 1 Eiweiss mit 2 EL Olivenöl, 3 EL Sesam, 2 TL Kreuzkümmel und 2 TL grobem Salz vermischen und die Brötchen damit bestreichen, bei 220°C in 15 Minuten backen.


Chermoula

1 kleine Zwiebel und 3 Knoblauchzehen sehr fein hacken, mit je 1/2 TL scharfem Paprika, Kreuzkümmel und Kurkuma vermischen, 2 EL Zitronensaft und 4 EL Olivenöl dazugeben und gut verrühren, eine Weile durchziehen lassen.


Burger (4 Stk.) :

400g mageres Lammhack
1 Eigelb
2 EL kleingehackte glatte Petersilie
Salz, Pfeffer, Ras-el-Hanout

Alles vermengen, zu vier Patties formen und diese für eine halbe Stunde nochmals in den Kühlschrank stellen.

Auberginenscheiben mit etwas Chermoula bestreichen und im Ofen backen oder grillen.

Möhre in Streifen schneiden, in etwas Sesamöl anbraten und mit Zitronenschale würzen.

Eine Brötchenhälfte mit Ziegenfrischkäse bestreichen, eine mit Chermoula. Mit Salat und/oder Petersilie belegen, dann eine Auberginenscheibe, das Patty, Gurken- und Tomatenscheiben sowie die Möhren auf das Brötchen stapeln.

Dazu gab es natürlich keine alkoholischen Getränke, sondern Minzlimonade.

Mittwoch, 25. Juni 2014

WM-Burger #3: USA

Ich werde langsam müde. Mag langsam keine Fähnchen und Spiegelschlüpfer mehr sehen. Das Interesse für Bälle ist bei den Kindern allerdings ungebrochen. Vielleicht hilft ein kleines Burger-Fest. Vielleicht sollte ich mir am Wochenende den Fleischwolf von Sören ausleihen. Das könnte mich wieder ins Boot holen…..


Das volle Programm.

The United States of America. Eine wahnwitzige Aufgabe, da einen landestypischen Burger komponieren zu wollen. Freie Auswahl: California, mit viel Salat, Huhn und Avocado? Boston, mit Hummer? New York, mit Sauerkraut? Portland als vegane Bio-Variante? Hawai'i, mit Ananas und doppelt Fleisch?

Zum Glück bin ich hier nicht für die Kreativität verantwortlich, und wer weiß, was noch für Gegner der deutschen Nationalmannschaft bekocht werden wollen. Daher wähle ich die einfache Variante, den Klassiker mit voller Ausstattung: Barbecuesauce, Bacon, Tomaten, Gurken, Salat, Käse, Röstzwiebeln, Sesambrötchen, Rinderhack. Erstmals dabei im Einsatz: Der neue Fleischwolf. Eigenes Rinderhack aus der Querrippe. Ta-Dah!


Sesambrötchen

15g Hefe in 110 ml lauwarmen Milch-Wasser-Gemisch verrühren, mit 125g Mehl zu einem Teig verarbeiten, eine Stunde gehen lassen. Weitere 125g Mehl, 1/2 TL Tahin, 1/2 TL Salz, 1 Eigelb und etwas Sesamöl hinzugeben und nochmals eine halbe Stunde gehen lassen. Zu vier Brötchen formen und auf einem Backblech eine weitere halbe Stunde gehen lassen, dann mit Butter bestreichen, mit Sesam bestreuen und bei 200°C in knapp 20 Minuten backen.

Quelle: The Art of Burger


Barbecuesauce

2-3 kleine rote Zwiebeln klein schneiden und in Olivenöl anrösten, 2-3 Knoblauchzehen und eine Chili sehr fein hacken und mit anschwitzen. Mit einem kleinen Glas Orangensaft ablöschen, etwas einkochen lassen. Dann einen Espresso, je 2 EL Essig, Worcestersauce, Sojasauce und scharfes Paprikapulver, 4 EL Honig und 100g Ketchup unterrühren und alles eine Weile einkochen lassen. Je nach Gusto noch pürieren.

Fazit: Ein Burger, wie er im Buche steht. Dafür dürfen die Amerikaner gerne mit ins Achtelfinale.

Sonntag, 22. Juni 2014

WM-Burger #2: Ghana

Die kleine Burger-Reihe von Sören geht weiter - wenn auch etwas verspätet. Das ist allerdings einer wochenendlichen Kinderladenfahrt geschuldet. Dort redeten wir viel von gutem Essen, während vor uns auf den Tischen Graubrot, traurige Wurst und Pfefferminztee standen. Vielleicht sollte ich statt eines Brotladens lieber ein Gästehaus eröffnen, in dem es richtig gutes Abendbrot gibt……
Zumindest hatten die Kinder Spaß, weil sie den lieben langen Tag draußen bolzen und durch das Gelände stromern konnten.




Ein landestypischer Burger? Das ist bei einigen Nationen nicht so schwer - die USA als letzter deutscher Gruppengegner werden da wohl ein Kantersieg. Aber Ghana? Die westafrikanischen Staaten hatten es mir schon 2006 schwer gemacht, als ich noch so größenwahnsinnig war, an jedem Tag der WM eines der Teilnehmerländer zu bekochen (ohne Kind war das irgendwie noch leichter mit der Zeiteinteilung). Das ghanaische Essen damals: Fufu - Brei aus Süßkartoffeln und Kochbananen. Sättigend, aber nicht besonders exquisit.

Das Burgerkonzept scheitert schon daran, dass man in der ghanaischen Küche anscheinend nur wenig Verwendung für Brot findet - Kohlenhydratquellen sind überwiegend Maniokwurzeln, Süßkartoffeln, Yam und andere Wurzeln, auch der im Klima hohen Verderblichkeit geschuldet.

Schummeln wir uns also ein wenig durch und nehmen als "Brot" angebratene Polentaschnitten. Für 4 Personen 250g Polenta mit etwas Butter und Salz in 1 L Wasser oder Brühe unter Rühren aufkochen, bis die Polenta eindickt, dann Flamme ganz schnell runterstellen (Vorsicht vor den Spritzern) und unter gelegentlichem Rühren noch etwas quellen lassen. Auf eine Platte oder einen Teller kippen, etwa 1 cm dick verstreichen und abkühlen lassen. Dann Kreise entsprechend der Burgergröße ausstechen und in etwas Butter anbraten.

Als Patty fungiert ein ganz normaler Rindfleischbratling, gewürzt mit viel Pfeffer, der in der ghanaischen Küche eine wichtige Rolle spielt.

Und dazu: Erdnuss-Tomatensauce. Dafür einige EL Tomatenmark in Öl anbraten, mit der gleichen Menge Erdnussmus oder -butter auffüllen und Wasser bis zur gewünschten Konsistenz zufügen. Mit Salz und Chili kräftig abschmecken.

Eine Polentaschnitte mit dem Burger belegen, eine weitere mit der Erdnuss-Tomatensauce bestreichen und als Deckel nutzen. Ich habe noch einige Tomatenscheiben (für die Alibi-Vitamine) und Roten Blattsenf aus dem eigenen Garten ergänzt.

Im Gesamtergebnis war der Burger überraschend schmackhaft, wenn auch nur "dekonstruiert" (Zitat der Frau) zu verzehren. Die Authenzität ist vermutlich nicht zu 100% erfüllt, einigen wir uns also auf: Von der ghanaischen Küche inspiriert.

Freitag, 30. Mai 2014

Care-Paket



In Australien Fuß zu fassen, wenn man mit dem guten alten Abendbrot aufgewachsen ist, ist bestimmt nicht so leicht. In den Supermärkten gibt es viele, viele Sandwichsorten, aber Bäckereien um die Ecke gibt es nicht. Dafür haben sie dort Unmengen an Zitronen - auf Plantagen, am Straßenrand, im eigenen Garten. Ein Tausch wäre fein - ich schicke das Brot über den Ozean und bekomme Zitronen zurück. Da der Weg zu lang ist, bleibt nur die virtuelle Reise. Lasst es euch gut gehen!

Roggenbaguette

Vorteig:
5 g frische Hefe
300 ml kaltes Wasser
300 g Weizenmehl

Hauptteig:
15 g frische Hefe
300 ml kaltes Wasser
1 Rezeptmenge Vorteig
1 EL Salz
1EL Zucker
100 g Sauerteig
100 g Roggenschrot
400 - 500 g Weizenmehl
70 g Sonnenblumenkerne ( habe ich weggelassen, weil die Kinder das meistens blöd finden…)

Für den Vorteig die Hefe und das Wasser  mit dem Mehl verrühren. Dann abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
Für den Hauptteig die Hefe mit dem Wasser verrühren. Den Vorteig, Salz, Zucker, Sauerteig, Sonnenblumenkerne, Roggenschrot und dem Weizenmehl hinzufügen und alles ca. 10 Minuten kneten.
Den Teig abgedeckt ca. 1 1/2 Stunden gehen lassen.
Den Backofen auf 240 °C vorheizen.
Den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben, dritteln und jedes Stück behutsam mit den Fingern zu einem Rechteck formen. Jedes Rechteck von der langen Seite aus aufrollen und die Enden zu Spitzen formen. Die Stangen auf ein gut eingefettetes Baguetteblech oder ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Mit einem Küchentuch abgedeckt nochmals ca. 1 Stunde gehen lassen.
Die Baguettes mit einem benetzten Messer mehrmals schräg einritzen. Dann in die Mitte des Ofens einschieben und ca. 30 Minuten backen. Wenn die Brote Farbe angenommen haben, die Temperatur auf 200 °C reduzieren.



Limetten-Basilikum-Sirup

6 Limetten
1 Bio-Zitrone
300 g Zucker
1 Bund Basilikum

Die Zitrone heiß abwaschen und die Schale abreiben. Den Saft von den Limetten und der Zitrone auspressen ( es müssen 150 ml sein). 350 ml Wasser, Limetten- und Zitronensaft, Zitronenschale und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen und ca. 1 Std. auf kleiner Flamme köcheln lassen. Die Flüssigkeit darf sirupartig werden. In den letzten 5 Minuten das grob zerzupfte Basilikum hinzufügen. Sirup vom Herd nehmen und durchziehen lassen. Anschließend in sterile Glasflaschen füllen.
Die Limetten kann man auch komplett mit Zitronen ersetzen.


Quellen: "delicious days" von Nicole Stich, "Noch ein Stück" von Leila Lindholm

Montag, 17. März 2014

Über mich


Gerade habe ich es erst gesehen - über mich heute bei MiMa. Vielen Dank Indre, es gefällt mir sehr…. Ich freue mich, dass Du mich gefragt hast!

Freitag, 28. Februar 2014

Winterbrot No.4

Kaum sind die letzten Brotkrümel vom Tisch gefegt, kommt noch einmal ein toller Winterbesuch herein. Dieses Mal ist Viola von Kikabu zu Gast. Mitgebracht hat sie ein feines Brot mit Haselnüssen. Dazu hole ich etwas Butter und Salz. Mehr braucht es nicht. Ich freue mich sehr, weil das Brotbacken gar nicht ihr Metier ist. Ein Neuland. Vielleicht aber nicht mehr lange….



Winterbrot für Tomkes Brotladen

Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe noch nie ein Brot selbst gebacken. Das lag wohl auch daran, dass mich der Mythos Hefeteig stark eingeschüchtert hat. Als Tomke mich fragte, ein Winterbrot für ihren Brotladen zu backen, war ich erst etwas unsicher, fühlte mich dann aber schnell herausgefordert. So schwer wird es schon nicht werden....war es auch nicht. 
Wenn ich an ein Winterbrot denke, kommen mir sofort Nüsse in den Sinn. Die liegen bei uns nämlich hauptsächlich in der Winterzeit in der Schale und warten darauf geknackt zu werden. Da unsere eigene Walnussernte durch einen blöden Fehler meinerseits dieses Jahr leider verschimmelt ist, habe ich mich für ein Haselnussbrot entschieden.

Rezept für ein Haselnussbrot
200 g Weizenmehl (550) 
200 g Dinkelmehl
1/2 Würfel Hefe
1/2 TL Zucker
250ml lauwarmes Wasser
etwas Salz
150 g Haselnüsse grob gehackt

Und so geht's: 
Da ich blutige Brotback-Anfängerin bin, habe ich mich genau an Tomkes Vorgaben gehalten, die sie mir freundlicherweise geschickt hat.

Das Mehl in eine Schüssel geben. Die Hefe in eine Mulde bröckeln und mit dem Zucker bedecken. Das Wasser dazugeben und mit der Hefe und etwas Mehl zu einem Vorteig verrühren. Zugedeckt 20 min stehen lassen. Dann das Salz dazu fügen und den Teig gut verkneten. Zugedeckt  30 min stehen lassen. Noch einmal durchkneten, zu einem Brotlaib formen und auf ein Backblech ( mit Backpapier setzen. Zugedeckt wiederum 30 min gehen lassen, bis der Teig sichtbar aufgegangen ist.
Eine Schüssel mit Wasser in den Ofen stellen und das Brot in den kalten Ofen schieben. Bei 250°C ca. 30 min backen. Wenn das Brot zu dunkel wird, muss es am Ende der Backzeit abgedeckt werden.
Da ich leider zur Ungeduld neige und statt brav vor dem Backofen zu verharren, im Garten Laub harken musste, sind die auf das Brot gestreuten Haselnüsse leider verbrannt. Für meinen allerersten Versuch, hat das Brot aber unglaublich gut geschmeckt. 

Vielen Dank, liebe Tomke, für Deine Einladung und den Anstoß, endlich ein Brot zu backen.

Freitag, 21. Februar 2014

Winterbrot No.3

Die letzten Winterwolken lassen wieder wundervollen Besuch in den Brotladen schneien. Dieses Mal ist Èva von Emil und die großen Schwestern da und hat ein ungarisches Kartoffelbrot mitgebracht. Und sofort habe ich die würzigen Gerüche in der Nase. Plötzlich möchte ich noch gar nicht, dass der Winter geht. Noch eine kleine Weile möchte ich die Schneeflocken, die am Fenster vorbeisegeln und die Schlittentage mit juchzendem Kindergeschrei festhalten. Nur einen Moment…..


Ein Winterbrot zum Ausklang des Winters sollte es sein.
Das Grundrezept steht, der Kreativität ist freien Lauf gelassen. 
Ich liebe Brot! Ich esse gerne Brot, ich backe gerne Brot und ich rieche gerne Brot. 
Es gibt kaum etwas, was mehr Wohlbehagen und Heimlichkeit vermittelt, als der Duft vom frisch gebackenem Brot. 
Danke liebe Tomke, für diese spannende Aufgabe. 
Ich entschied mich zu einem kräftigen Kartoffel- Walnussbrot mit einer Prise sommerlichen Rosmarinduft zum Winterabschied. 
Die Gehzeiten sind etwas länger. Für einen müßigen Sonntag genau das richtige.  

 Das Rezept:
Etwa ein Drittel des lauwarmen Wassers  in einer Glas oder Porzellanschüssel gießen, die Hefe dazu bröckeln und mit einem Holzlöffel so lange rühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat.  Den Zucker dazugeben und gut verrühren.  Jetzt so viel Mehl dazurühren, das ein zwar fester, aber geschmeidiger und noch rührbarer Teig entsteht. 
Die Schüssel zudecken und den Vorteig einige (2-3) Stunden bei Zimmertemperatur ruhen und fermentieren lassen. 
Die Schüssel sollte groß genug sein. Der Vorteig ist sehr wachstumsfreudig.
Während der Ruhezeit 2 mittelgroße Kartoffel in der Schale kochen, gut abdämpfen und auskühlen lassen.
2-3 Handvoll Walnüsse in einer Pfanne mit etwas Olivenöl, zerstoßenen Rosmarinnadeln, frisch gemahlenem Pfeffer, Meersalz und 3 TL Zucker langsam und unter ständigem Rühren rösten und karamellisieren lassen. (Die Gewürzmenge variiert, je nach Geschmack. Ich mag es etwas würziger. Probiert einfach aus) Auskühlen lassen
Das restliche Mehl in eine größere Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken. Den Vorteig in die Mulde geben, das restliche, lauwarme Wasser, in dem man das Salz aufgelöst hat, dazugießen und mit der Knethaken in der Küchenmaschine durchkneten. Die Kartoffel in der Kartoffelpresse (oder mit einem Kartoffelstampfer) zerdrücken und zum Teig geben. Ein Schluck Walnuss- oder Olivenöl  drübergießen und kräftig durchrühren. Sollte der Teig zu weich sein, noch etwas Mehl spendieren. Durch die Kartoffel könnte der auch noch etwas Salz gebrauchen. Zum Schluss die Walnüsse unterkneten. (Ich habe sie mit der Hand untergeknetet und den Teig gut und kräftig abgeschlagen.) Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, zu einem runden Ball formen, die Oberfläche leicht bemehlen und zugedeckt 1 Stunde gehen lassen. ( Je länger die Gehzeit, desto intensiver der Geschmack beim fertigen Brot, aber es sollte sein Volumen mindestens verdoppelt haben)
Den Teig vorsichtig flach drücken und von beiden Seiten einschlagen und dem Brot die gewünschte Form geben. Der Teig sollte dabei nicht mehr kräftig durchgeknetet sein, sondern vorsichtig in die Form gebracht werden. So gibt es eine richtig schöne knusprige Kruste. 
Das Brot auf das Backblech legen und zugedeckt an einem warmen Ort noch mal gehen lassen. 
Bei ca. 200 Grad im vorgeheizten Backofen (ich persönlich backe Brot nie im Umluft) etwa eine halbe Stunde backen. 
Die Seitenwände des vorgeheizten Backofens mit einer Sprühflasche gut besprühen und das Brot dann erst reinschieben. Wenn das Brot im leichten Dampf backt, wird die Kruste besonders wohlschmeckend. 
Das Brot ist fertig, wenn es schön goldbraun ist und der Boden beim Anklopfen hohl klingt. 
Aus dem Ofen nehmen, auf zwei Holzlöffel gestellt, auskühlen lassen. 
Schmeckt wunderbar mit einem kräftigem Käse, Feigenbrot oder Feigensenf und einem Schlückchen Rotwein.

Lasst es Euch schmecken!


Dienstag, 14. Januar 2014

Winterbrot No.2

Und wieder gibt es Besuch im Brotladen. Dieses Mal ist Sören von schick gewickelt vorbeigekommen. Und er hat ein Brot mitgebracht, dass es in sich hat. Eine Brise aus dem Süden verbreitet sich im Laden. Es riecht plötzlich nach Meer, nach Zitronenbäumen und würzigen Kräutern. Statt des Kaffee hole ich lieber einen guten Rotwein hervor. Ich stelle mir vor, ich sitze auf einer Piazza in einem italienischen Bistro. Oder doch lieber in französischen Gefilden, wie man es aus Sören's Text herauslesen kann. Fein. Diese Winterbrote erhellen mir die (noch) graue Jahreszeit….





„Ein Winterbrot“, schrieb Tomke. Was genau soll denn ein Weihnachtsbrot sein? Mit Lebkuchengewürz? Nein, Weihnachten ist vorbei und das ist auch gut so. Kohl-Speck-Brot? Das würde passen, allerdings nur bei einem Winter, der seinen Namen auch verdient. Es läuft also wie meistens auf -Opposition hinaus. Schlimm genug, dass es momentan keine Tomaten gibt, die man als solche erkennen kann, ganz zu schweigen vom Kohl-und-Kartoffel-Sammelsurium auf dem Markt, da will man nicht auch noch vom Brot an den Mangel an Sonnenlicht erinnert werden.

Versuchen wir also,  mit dem Brot ein bisschen Sonnenschein vom Sommer ins Gedächtnis zu rufen (Merkt man, dass ich gerade häufiger „Frederick“ vorlesen muß?): Zitrusfrüchte für den simulierten Sonnenschein, Rosmarin für den mediterranen Duft.

 Im Nachhinein stellte sich leider heraus, dass die abgeriebene Schale einer Zitrone und 1 EL Rosmarinnadeln nicht besonders viel Wirkung hinterließ – Ich hätte es wohl doch erst kurz vor Ende über das Brot streuen sollen. Sei es drum, ich half beim Frühstück mit Zitronenmarmelade nach und vertilgte den Rest anderntags als Sandwich mit Thunfisch, gelber Paprika, Zitronenmayonaise, Kapern und Salat. Hätte ich noch schwarze Oliven vorrätig gehabt, hätte man es „à la niçoise“ nennen dürfen.


Donnerstag, 2. Januar 2014

Winterbrot No.1

Der Brotladen bekommt Besuch. In den nächsten Wochen werden immer wieder tolle Menschen vorbeischauen und ein Brot mitbringen. Sie haben von mir alle das gleiche Rezept bekommen und daraus ein ganz neues Brot gezaubert. Ich lausche gespannt den Geschichten und staune über ihre Kreationen. Heute freue ich mich herzlich, dass Mme Ulma zu Gast ist. 





der brotbarsch.

ordnung: barschartige.
unterordnung: brotfische.

beim brotbarsch handelt es sich um die erste neuentdeckte tierart im gerade erst angebrochenen jahr 2014. 

fundort: backrohr der mme ulma.

der brotbarsch ist backblechlang und steht mit einem guten halbe kilo in einem evolutionär noch näher zu ergründenden naheverhältnis zu den fliegengewichtartigen. neben seiner zwischen gelb-, gold- und brauntönen changierenden hautfärbung ist vor allem eine an kürbis- und sonnenblumenkerne, teigkugeln und mohn gemahnende schuppenzeichnung typisch für seine art. zu seinem vorkommen können aufgrund mangelnder datenlage zum jetzigen zeitpunkt keine aussagen getroffen werden, eine vom grazer becken ausgehende verbreitung in richtung norden ist erfahrungsgemäß aber als wahrscheinlich anzusehen.

der brotbarsch ist ein zu jeder tages- und nachtzeit formidabel passender und insgesamt vorzüglicher speisefisch, der sich — so viel darf gemutmaßt werden — insbesondere auch unter vegetarier(inne)n großer beliebtheit erfreuen wird. er gilt als symbol des nutzlose-konventionen-über-bord-werfenden neuanfangs und damit als ausnehmend menschenfreundlicher wegweiser und ins-neue-jahr-schwimm-begleiter.


die entdeckerin wünscht erfolgreiches blubbern.